M2.2 Kantonsstrassen

Das Kantonsstrassennetz ist gebaut und übernimmt je nach Hierarchie unterschiedliche Funktionen. Verkehrsorientierte Strassen verbinden in erster Linie Stadtteile und dienen dem wirtschaftlichen Verkehr. Siedlungsorientierte Strassen sind untergeordnet und dienen primär der Erschliessung. In Zukunft gilt es insbesondere, bereits heute teils zu Spitzenstunden bestehende Schwachstellen mit geeigneten Massnahmen, z.B. aus dem Bereich Verkehrsmanagement, zu entschärfen und Strassen in Wohngebieten weiter zu entlasten und zu beruhigen. Anpassungen am Strassennetz sind zudem dort notwendig, wo es neue Entwicklungsschwerpunkte zu erschliessen und anzubinden gilt.
In den letzten Jahren hat sich die politische Diskussion zu den Parkplätzen und zur Verkehrserzeugung mit dem Aufkommen der publikumsintensiven Nutzungen (Einkaufszentren) verstärkt. Der Kanton verfolgt dabei Ansätze wie das Fahrtenmodell, die nicht mehr die Anzahl der Parkplätze, sondern die Anzahl der jährlichen Fahrten beschränken.
 

Strategie / ST
5, 8 und 11

Leitsätze
21, 40, 43, 45, 46 und 47

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Planungsgrundsatz / Planungsanweisung

  1. Der motorisierte Individualverkehr (inkl. Lastwagenverkehr) wird auf den verkehrsorientierten Hauptachsen kanalisiert; die Wohngebiete im Bereich der siedlungsorientierten Strassen sind von quartierfremdem Verkehr zu entlasten; Kantonsstrassen sind für den Fuss- und Veloverkehr sicher zu gestalten.
  2. Beim übergeordneten Netz sind im Hinblick auf ein optimales Ausschöpfen der Kapazität verkehrslenkende Massnahmen einzuführen bzw. ein gezielter Ausbau zu prüfen, um das Überlaufen des Verkehrs von der Nationalstrasse auf städtische Strassen zu verhindern. Soweit erforderlich, wird die Verkehrslenkung mit dem Bund koordiniert.
  3. Neue Entwicklungsgebiete sind optimal an das Strassennetz anzubinden.
  4. In der Stadt Basel sollen alle Parkplätze integral bewirtschaftet werden; das knappe Parkplatzangebot ist in den Quartieren prioritär für Anwohnerinnen und Anwohner sowie das Gewerbe bestimmt.
  5. Verkehrslenkende Massnahmen sollen verstärkt geprüft und angewendet werden.
  6. Im Rahmen der Entwicklungsplanung Leimental – Birseck – Allschwil (ELBA) wird für diesen Planungsperimeter gemeinsam mit dem Kanton Basel-Landschaft, der Gemeinde Allschwil und Frankreich ein integrales Entwicklungskonzept (Siedlung, Verkehr und Landschaft) erarbeitet.
     

Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Verkehrsberuhigung Riehen / Umgestaltung Lörracherstrasse Festsetzung
b) Verbesserungsmassnahmen Inzlingerstrasse Riehen Vororientierung
c) Verlegung der Grenzacherstrasse (Sichern der Option) Vororientierung
d) Basel-Dreispitz: Knotenanpassungen Festsetzung*
e) Verkehrsentlastung / -beruhigung Gundeldingen Zwischenergebnis
f) Strassenraumgestaltung Bachgraben Zwischenergebnis*
g) Verkehrserschliessung Hafen – Stadtentwicklung Kleinhüningen Vororientierung
* nicht in Richtplankarte

Massnahmen / Details zu den örtlichen Festlegungen

a) Verkehrsberuhigung Riehen / Umgestaltung Lörracherstrasse

Die Zollfreie Strasse schafft die Verbindung zwischen Weil am Rhein und Lörrach, was für Riehen eine Verkehrsabnahme zur Folge haben wird. Als flankierende Massnahme wird deshalb die Kantonsstrasse Lörracherstrasse entsprechend umgestaltet.


b) Verbesserungsmassnahmen Inzlingerstrasse Riehen

In der Inzlingerstrasse, die im oberen Teil über keine Trottoirs verfügt, wird der Verkehr – ausgehend von einem heute tiefen Niveau – aufgrund der Ausscheidung von neuen Wohn gebieten in Inzlingen zunehmen. Deshalb sind Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation und der Sicherheit für den Fuss- und Veloverkehr zu prüfen.


c) Verlegung der Grenzacherstrasse (Sichern der Option) 

Im Zusammenhang mit neuen Siedlungsgebieten und mit der Absicht, das Rheinufer aufzuwerten und Lärmimmissionen zu verringern, ist die Option einer Verlegung der Grenzacherstrasse parallel zu den Bahngleisen offen zu halten. Die allfällige Verlängerung der Strasse nach Grenzach bedingt eine enge Abstimmung mit der Gemeinde Riehen und mit Deutschland.


d) Basel-Dreispitz: Knotenanpassungen

Im Rahmen der Entwicklung Dreispitz werden an mehreren, vom MIV zum Teil stark belasteten Knoten Anpassungen unterschiedlicher Grössenordung erforderlich, welche in erster Linie der Erhöhung von Sicherheit und Komfort für den Fuss- und Veloverkehr dienen. Die Ausgestaltung der Knoten ist neben den zu planenden Massnahmen zur Verkehrsberuhigung des Quartiers Gundeldingen unter anderem auch von den geplanten neuen Tramstrecken abhängig.


e) Verkehrsentlastung / -beruhigung Gundeldingen

Für das gesamte Verkehrsnetz des Quartiers Gundeldingen sind weitere Massnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes zu erarbeiten. Eine Entlastung vom Durchgangsverkehr des motorisierten Individualverkehrs insbesondere auf den Längsachsen Dornacherstrasse und Gundeldingerstrasse steht dabei im Vordergrund. Es erfolgt eine Gesamtschau über die Quartiergrenzen hinaus, mit dem Ziel, die Verkehrsverhältnisse für den Fuss- und Veloverkehr sowie den öffentlichen Verkehr in Abstimmung mit verschiedenen Massnahmen zur Verkehrslenkung zu verbessern, basierend auf laufenden Verkehrsplanungen (ABAC, Autobahnanschluss Basel- City, Gellertdreieck Bahnhof SBB – Birsig [Gundeldinger-Tunnel], Tramstrecke Margarethenstich, Erweiterung Tempo-30-Zonen, Teilrichtplan Velo) und städtebaulichen Entwicklungen in der unmittelbaren Umgebung (Dreispitz, Bahnhof SBB).


f) Strassenraumgestaltung Bachgraben

Im Zuge des Ausbaus des Gewerbegebietes Bachgraben (Allschwil) plant der Kanton Basel- Landschaft eine Anpassung der Erschliessungsanlagen. Der Kanton Basel-Stadt reagiert auf seinem Gebiet mit aufeinander abgestimmten Anpassungen, vorrangig zugunsten des öffentlichen und des Veloverkehrs; erste Projekte sind bereits in Umsetzung. Das Vorhaben wird in Abstimmung mit der Gemeinde Allschwil und dem Kanton Basel-Landschaft bearbeitet.


g) Verkehrserschliessung Hafen – Stadtentwicklung Kleinhüningen

Gezielte Anpassungen und Ergänzungen des heutigen Verkehrsnetzes für den Strassenverkehr, den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr schaffen die notwendigen Voraussetzungen für eine gemeinde- und länderübergreifende Entwicklung im gesamten Gebiet des «3Land». In Abhängigkeit von der Siedlungsdynamik auf französischer Seite im Bereich des Gebietes «3Land» wird eine Tramstrecke über den Rhein nach Huningue geprüft; ob diese neue Rheinbrücke in der Verlängerung der Hochbergerstrasse auch für den motorisierten Individualverkehr genutzt werden soll, ist derzeit noch offen.
 

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