ST11 Mobilität

ST11 Vereinbarkeit von Mobilität, urbaner Wohnqualität und Wirtschaftsstandort

Die verkehrsgünstige Lage von Basel-Stadt und ein gutes Mobilitätsangebot innerhalb des Kantons, mit dem Umland sowie im überregionalen und internationalen Verkehr sind wichtige Faktoren der Standortqualität.
Eine gut ausgebaute und effizient betriebene Verkehrsinfrastruktur ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Auf der anderen Seite stellen diese Infrastrukturen aber eine hohe Belastung für die umliegenden Wohnquartiere dar, und sie beanspruchen einen grossen Teil des knappen Raums. Der Ausbau der Infrastruktur ist aufgrund begrenzter Flächen und Finanzmittel sehr überlegt vorzunehmen.
Das Verkehrssystem muss so optimiert und an sich ändernde Bedürfnisse angepasst werden, dass alle Verkehrsarten inkl. Güterverkehr und -logistik ausreichende Kapazitäten zur Verfügung haben und die Belastungen von Wohngebieten minimiert werden. Stadtgerechte Mobilität ist somit Platz sparend und umweltfreundlich. Eine wesentliche Voraussetzung für eine solche stadtverträgliche Mobilität ist eine abgestimmte Raum- und Verkehrsplanung mit kurzen Wegen.

Strategischer Entscheid

Die hervorragende Erreichbarkeit der Region Basel mit allen Verkehrsträgern wird, international, national und regional abgestimmt, sichergestellt. Eine bessere Verknüpfung zwischen den Verkehrsträgern wird angestrebt.
Der Erhöhung des Anteils des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs am Personenverkehr wird hohe Priorität eingeräumt. Entsprechend wird dem Fuss- und Veloverkehr ausreichend Raum zugebilligt und die Behinderungen des öffentlichen Verkehrs durch den motorisierten Individualverkehr werden reduziert. Die ÖV-Infrastruktur wird gezielt ausgebaut, damit insbesondere im Verkehr mit dem trinationalen Umland der Anteil des öffentlichen Verkehrs deutlich gesteigert werden kann.
Der Kanton Basel-Stadt setzt sich beim Bund dafür ein, dass bestehende oder sich abzeichnende Kapazitätsengpässe auf Hochleistungsstrassen nur beseitigt werden, wenn alle vorhandenen Betriebsreserven ausgeschöpft sind und wenn durch den Ausbau und flankierende Massnahmen das übrige Strassennetz dauerhaft vom motorisierten Verkehr entlastet wird. Ansonsten wird das bestehende Strassennetz nach dem Prinzip der angebotsorientierten Verkehrsplanung bewirtschaftet und nur für Neuerschliessungen ausgebaut. Die Gesamtverkehrsleistung des motorisierten Privatverkehrs auf Kantonsgebiet soll langfristig reduziert werden. Der Kanton sorgt dafür, dass diese Reduktion bis zum Jahr 2020 mindestens 10% beträgt. Die Verkehrsleistung auf Hochleistungsstrassen ist davon ausgenommen.
Im Bereich Güterverkehr geniessen Schiff und Schiene Priorität. Die u. a. durch die Eröffnung der NEAT sich abzeichnenden Kapazitätsprobleme im Güterverkehr werden international, national und regional abgestimmt gelöst. Die Infrastrukturen zur Güterlogistik werden zur optimalen Verknüpfung der Verkehrsträger (Wasser, Schiene, Strasse, Luft) genutzt. In der Güterlogistik wird verstärkt mit den Nachbarn in der trinationalen Agglomeration kooperiert.

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