ST4 - ST6 Siedlung - Wohnen

ST4 Mehr Raum für Einwohnerinnen und Einwohner

Die Nachfrage nach Wohnraum in Basel-Stadt überstieg während Jahrzehnten das Angebot, woraus ein Einwohnerrückgang in der Kernstadt bei starkem Wachstum des Umlandes resultierte. Ziel des Regierungsrats ist, die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 auf rund 200'000 zu steigern. Dazu ist die Strategie «Urbane Qualitätsmaximierung» nötig: Ausnützen von Potenzialen im Bestand, Arealentwicklungen, Umzonungen innerhalb des Siedlungsgebiets, Siedlungsgebietserweiterungen (Stadtrandentwicklung Süd auf dem Bruderholz*, Stadtrandentwicklung Ost im Gebiet Rheinäcker*, Gebiete Rheinäcker und Landauer Riehen sowie Bischoffhöhe Riehen).

Strategischer Entscheid

Das Thema «Mehr Raum für Einwohnerinnen und Einwohner» ist im Richtplan zentral. Zur Schaffung von Raum für neue Wohnungen werden Potenziale im bestehenden Siedlungsgebiet genutzt (u.a. durch Verdichtung in geeigneten Gebieten), Flächen für Familiengärten und Landwirtschaft optimiert sowie wo möglich langfristig brachliegende Verkehrsflächen verwendet. Bei Arealentwicklungen werden soweit möglich Gewerbeflächen optimiert. Erweiterungen des Siedlungsgebiets werden mit dem Landschaftsschutz abgestimmt.

 

* Anpassungsbedarf nach Ablehnung der Stadtrandentwicklungen Süd und Ost per Volksentscheid vom 28. September 2014

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ST5 Bessere Qualität für Einwohnerinnen und Einwohner

Die Wohn- und Wohnumfeldqualität entspricht nicht in allen Quartieren den heutigen Ansprüchen. Sie kann durch die Durchgrünung des Stadtgebiets, die punktuelle Entdichtung dicht bebauter Stadtgebiete, Verkehrsberuhigungsmassnahmen, neue Wohngebiete mit hoher Umfeldqualität, ortsverträgliches Wachstum in die Höhe (in Abstimmung mit dem Hochhauskonzept Basel) sowie durch die Aufwertung der Zentren von Basel, Riehen und Bettingen weiter gesteigert werden. Die Siedlungsqualität wird unter konkurrierenden Nutzungen prioritär berücksichtigt.

Strategischer Entscheid

Der öffentliche Raum wird weiter aufgewertet. In neuen Wohngebieten wird mittels geeigneter Zonierung und durch Schaffung von Freiräumen eine optimale städtebauliche Qualität angestrebt. Zu dicht bebaute Stadtgebiete werden punktuell entdichtet, hingegen werden städtebaulich geeignete Wohngebiete unter Wahrung der Massstäblichkeit mit hohen Gebäuden ergänzt.
Vom Verkehr stark belastete Wohngebiete werden durch verkehrsberuhigende Massnahmen und eine konsequente Förderung der stadtgerechten Verkehrsarten wohnlicher gemacht. Der Bau neuer Verkehrsanlagen ist ausnahmsweise für Neuerschliessungen von Gewerbe- und Industriearealen möglich oder wenn mit flankierenden Massnahmen eine dauerhafte Entlastung von Wohnquartieren sichergestellt wird (vgl. ST 11 «Vereinbarkeit von Mobilität, urbaner Wohnqualität und Wirtschaftsstandort»).

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ST6 Erschliessungsqualität

Die optimale Erschliessung von Wohngebieten mit dem öffentlichen Verkehr und dem Fuss- und Veloverkehr ist ein wesentlicher Faktor für hohe Siedlungsqualität und fördert eine stadt- und umweltgerechte Mobilität. Um Bahnhöfe und S-Bahn-Haltestellen besteht wegen der guten Erschliessung Potenzial für dichteres Bauen und eine vielseitigere Nutzung.

Strategischer Entscheid

Die Siedlungsentwicklung und die ÖV-Erschliessung werden aufeinander abgestimmt. Das Umfeld der Bahnhöfe und S-Bahn-Haltestellen wird zu Siedlungsschwerpunkten entwickelt.

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