M5.1 Hafenanlagen: Rheinhäfen als Güterverkehrsdrehscheibe

Grundsätzliche Bedeutung der Rheinhäfen als Güterverkehrsdrehscheibe (Güterschifffahrt)

Über die Schweizerischen Rheinhäfen besteht mit dem umweltfreundlichen Schiff der einzige Schweizer Wasseranschluss zur globalen Hochseeschifffahrt.

Nationale und internationale Bedeutung

Der Umschlag der funktionsfähigen Schweizerischen Rheinhäfen dient rund 70% der Versorgung des Schweizer Mittellandes, 10% dem Transitverkehr nach Italien und 20% der regionalen Versorgung. Über die Rheinhäfen wurden 2005 13% des Schweizer Aussenhandelsvolumens abgewickelt. Die Rheinhäfen bilden einen integrierten Teil des gesamten Güter-Gateways Basel (= wichtigste europäische Güterdrehscheibe Bahn-Bahn/Rhein-Bahn/ Bahn-Strasse) entlang der strategischen Verkehrsachsen Benelux – Frankreich/Deutschland – Schweiz – Italien.

Trinationale und kantonale Bedeutung

Aus der Optik des interregionalen Wirtschaftsstandorts sind die Rheinhäfen marktmässig Teil der Hafendrehscheibe Dreiländereck (SRH, Weil am Rhein, Huningue-Ottmarsheim-Mulhouse). In den Schweizerischen Rheinhäfen werden direkt rund 2’000 Personen beschäftigt. Die Rheinhäfen sichern im Verbund mit der Bahn die nachhaltigste Transportkette: 2005 wurden 69% der Schiffsgüter per Bahn angeliefert oder weiterbefördert, womit die Agglomeration Basel um rund 330’000 Lkw-Fahrten pro Jahr oder mehr als 1300 Fahrten pro Tag entlastet wird. Der Bahn eröffnen sich angesichts sinkender Pünktlichkeit des Lastwagens (steigende Tendenz zu überlastetem Strassennetz), der zunehmenden Containerisierung in der Schifffahrt, der Ausbau- und Verlagerungsstrategie der Seehäfen Rotterdam und Antwerpen sowie des alpenquerenden Verkehrs durch die neuen Basistunnels der Bahnen (NEAT-Effekt) neue Potenziale, die ihr im Zu- und Weglauf der Häfen neue Marktchancen bieten.

Eckpunkte für die zukünftige Entwicklung der Güterschifffahrt

Die Rheinhäfen als intakte, gut funktionierende und wirtschaftlich stabile Häfen für die Region TriRhena sollen unter Einbezug der Nachbarhäfen in ihrer Funktion gestärkt werden. Als neue Grundlage gilt der Staatsvertrag der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft über die Hafenzusammenlegung.

Transformation Hafengebiet

Das der Hafenwirtschaft dienende rheinanstossende Gebiet soll unter der Voraussetzung eines nachhaltig effizienten Betriebs, in Abstimmung mit den Entwicklungsoptionen und -möglichkeiten der Hafenbetreiber – unter Berücksichtigung der nationalen Dimension der Entwicklung des Güterverkehrsumschlagplatzes Basel – langfristig in einen neuen Stadtteil transformiert werden [s. S2 Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung sowie A2 3Land].

Um die Entwicklungsperspektiven für die Hafenwirtschaft und die Hafenlogistik (im Rahmen der Güterverkehrslogistik) sowie für die wirtschaftlichen und städtebaulichen Absichten zu erweitern, ist das trimodale Containerterminal Basel Nord mit einem neuen Hafenbecken im Bereich des Badischen Rangierbahnhofes zu realisieren, ist der Hafenbahnbetrieb zu reorganisieren und ist die Güterverkehrsdrehscheibe Hafen Kleinhüningen auszubauen. 

Räumliche Konflikte

Die koordinierte Stadt- und Hafenentwicklungsplanung ist darauf ausgerichtet, Synergien zu schaffen und räumliche Konflikte zu lösen. Dabei ist Sorge zu tragen dafür, dass Kleinhüningen und das Klybeckquartier als Wohnstandort aufgewertet und der Rheinraum als ein attraktiver Erlebnis-, Wohn- und Arbeitsraum entwickelt und gestaltet wird. Bei der Planung haben die erforderlichen Abwägungen mit den Anliegen des Naturschutzes zu erfolgen.

Wichtige berührte Interessen

  • Interesse des Kantons an der Entwicklung des Wohn- und Wirtschaftsstandortes;
  • Interessen der Anwohnerschaft an Wohnqualität und Lärmschutz;
  • Interessen des Bundes (nationale Versorgung, Verlagerungspolitik, Einbezug des Bundesamtes für Verkehr, Sektion Güterverkehr);
  • Interessen der Schifffahrt, Hafenbetriebe und der Logistikbranche (Logistik-Cluster Region Basel);
  • Interessen des Natur- und Umweltschutzes.
     

Strategie / ST
3, 7, 8 und 11

Leitsätze
1, 21, 40 und 49

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Die Güterverkehrsdrehscheibe Hafen Kleinhüningen ist langfristig unter Berücksichtigung der Umnutzungsansprüche entlang des Rheins zu sichern, zu entwickeln und bei allen Planungen zu berücksichtigen.
  2. Stadtentwicklungsplanungen und die Entwicklungsplanung der Schweizerischen Rheinhäfen sind gegenseitig aufeinander abzustimmen.
  3. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Häfen F und D wird unterstützt.

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