M1.1 Schienenverkehr

Mit der zu erwartenden Zunahme der Anzahl an Zügen sowohl im Güterverkehr (NEAT-Effekt) als auch im Personenfernverkehr und -nahverkehr und deren Überlagerung auf einigen Strecken und Knoten der Region Basel sind Massnahmen zur Kapazitätssteigerung des Schienennetzes unumgänglich. Dies betrifft Ausbauten im Bereich des Bahnhofs SBB-Pratteln und einen neuen Juradurchstich, um die Kapazitätsengpässe auf den drei Achsen zwischen Basel und dem Mittelland (Bözberg - Brugg, Hauenstein - Olten und Birstal - Delsberg - Biel) zu beheben; Aus- bzw. Neubauten sind auch in Richtung Freiburg i. Br. (Viergleisausbau) sowie zur Erschliessung des EuroAirports notwendig.

Die Regio-S-Bahn mit einem Liniennetz, das von Basel aus alle drei Länder erschliesst, bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der grenzüberschreitenden Agglomeration Basel. Zumeist verkehrt sie auf Strecken, die auch dem Personenfern- und dem Güterverkehr dienen. Angesichts der kontinuierlich steigenden Nachfrage sind Angebotsverbesserungen in Form eines Viertelstundentakts innerhalb der Agglomeration geplant; sie bedingen jedoch einen umfangreichen Ausbau der Infrastruktur (Entflechtungsbauwerke, Doppelspurabschnitte und Wendegleise). Das Fahrplanangebot und der daraus abgeleitete Infrastrukturbedarf ist Gegenstand eines zwischen der SBB und den Nordwestschweizer Kantonen abgeschlossenen Planungsauftrages «Angebotsplanung (AP) Nordwestschweiz».
Auf deutscher Seite wiederum soll nach dem Erfolg im Wiesental das S-Bahn-Angebot in den nächsten Jahren auf die Strecken Freiburg i.Br. – Basel und Waldshut – Basel ausgedehnt werden. Während ersteres von den Fortschritten des Viergleisausbaus abhängt, soll für letzteres die Hochrheinstrecke auf dem Abschnitt Basel –Waldshut (Erzingen) elektrifiziert werden. Das Land Baden-Württemberg, das für die Bestellung von Leistungen im Schienen-Regionalverkehr zuständig ist, will diese in Teilnetzen (Losen) ausschreiben und in den nächsten Jahren neu vergeben.
Mit neuen S-Bahn-Haltestellen kann die Erschliessung bestehender oder neuer Quartiere/ Entwicklungsschwerpunkte deutlich verbessert werden.
Ein Quantensprung wäre das Regio-S-Bahn Herzstück, bei dem der Bahnhof SBB und der Badische Bahnhof mit einem Tunnel unter der Innenstadt miteinander verbunden würden. Dies ermöglicht grenzüberschreitende Direktverbindungen ohne Richtungswechsel in den Bahnhöfen, was eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der beiden Knoten bewirken würde.
 

Strategie / ST
6, 8 und 11

Leitsätze
1, 21, 22, 40, 42, 43, 44 und 48

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Die wichtigsten Wirtschaftszentren und Verkehrsknotenpunkte im Inland und im europäischen Ausland sind in attraktiver Weise per Bahn erreichbar.
  2. Der Kanton setzt sich dafür ein, dass die Zunahme des Schienengüterverkehrs im überregionalen Nord-Süd-Verkehr im Raum Basel zu keinen Einschränkungen im Personenfernverkehr und -nahverkehr führt und dass der Schienengüterverkehr möglichst umwelt- und stadtverträglich durch den Raum Basel geführt wird; der Kanton vertritt diese Ziele in den nationalen und internationalen Gremien zum Personen- und Güterverkehr.
  3. Der Kanton setzt sich dafür ein, dass die allfällige Nutzung der Hochrheinstrecke (Badischer Bahnhof – Landesgrenze nach Grenzach-Wyhlen) für Güterzüge des Nord-Süd-Verkehrs auf die kantonalen Anliegen des Städtebaus, des Lärm-, Erschütterungs- und Naturschutzes mittels baulicher und technischer Massnahmen (z. B. Tieflage, Rollmaterial) abgestimmt wird.
  4. Die Kapazitätsengpässe im regionalen Schienennetz sind zu beheben.
  5. Das Angebot im Regio-S-Bahnnetz wird weiter entwickelt, um den Modal Split-Anteil zugunsten des ÖV im Regionalverkehr zu erhöhen sowie die regionale Erschliessungsqualität und die Verknüpfung mit Tram, Bus, Fuss- und Veloverkehr zu optimieren. Die Infrastruktur wird erweitert, wenn es die Nachfrage erfordert und/oder die Netzwirkung verbessert werden kann. Speziell zu berücksichtigen sind dabei die Entwicklungsgebiete. Für die geplanten S-Bahn-Haltestellen ist nach Vorliegen der Ergebnisse zum Potenzial die bauliche und bahnbetriebliche Machbarkeit zu prüfen.
  6. Die Planungen zum Regio-S-Bahn Herzstück sind so zu vertiefen, dass bald ein Vorprojekt ausgearbeitet werden kann.

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  Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Schienenanbindung an EuroAirport Festsetzung
b) Strecke Basel-SBB – St. Johann inkl. Westkopf Bahnhof SBB: Ausbau auf 4 Gleise in Abstimmung mit dem Regio-S-Bahn Herzstück Zwischenergebnis
c) Leistungssteigerungen zwischen Bahnhof SBB und Pratteln durch Streckenausbauten und Entflechtungsmassnahmen Festsetzung
d) Ausbau Gleis- und Publikumsanlagen Bahnhof SBB Zwischenergebnis
e) Neubau-/ Ausbaustrecke Karlsruhe – Basel Festsetzung
f) Regio-S-Bahn Elektrifizierung Hochrheinstrecke Basel – Waldshut (– Erzingen )* Festsetzung
g) Regio-S-Bahn Herzstück Zwischenergebnis
h) Neue Haltestellen Regio-S-Bahn  
 

h1) Regio-S-Bahn Haltestelle Basel Solitude

Zwischenergebnis
  h2) Regio-S-Bahn Haltestelle Morgartenring Zwischenergebnis
 

h3) Regio-S-Bahn Haltestelle Riehen-Stettenfeld / Lörrach-Zollweg

Zwischenergebnis
i) Doppelspurausbau Wiesentalbahn Vororientierung
* nicht in Richtplankarte

a) Schienenanbindung an EuroAirport 

Der verbesserte ÖV-Anschluss des EuroAirports (EAP) ist ein wichtiges Vorhaben der trinationalen Region. Für einen Schienenanschluss spricht vor allem die Tatsache, dass auf dem EAP die Nachfrage im Passagierflugverkehr in den vergangenen Jahren spürbar angezogen hat. 2013 zählte der EAP 5,9 Mio. Fluggäste. Dabei hat sich die Struktur der Kundschaft durch das Angebot an Billigfluglinien verändert: Einerseits nimmt der Anteil der Freizeitreisen gegenüber den Geschäftsreisen zu, was tendenziell auch die Nachfrage nach Angeboten des öffentlichen Verkehrs steigert. Andererseits nimmt der Anteil der Kundschaft aus der Schweiz gegenüber derjenigen aus Frankreich und Deutschland zu.
In Frankreich besteht dank der guten TER-200-Verbindungen ein hohes Potenzial für den Zubringerverkehr aus Strasbourg (die Bedeutung des dortigen Flughafens hat mit der Eröffnung des TGV-Est deutlich abgenommen; Flüge nach Paris sind nahezu vollständig eingestellt worden), Colmar, Belfort und Mulhouse.
Aus Sicht des Kantons Basel-Stadt steht die Bedienung des EuroAirport durch die TER 200 und die Regio-S-Bahn Basel im Vordergrund. Eine Bedienung auch durch den schweizerischen Fernverkehr ist zwar eine langfristige Absicht gemäss Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL), aber nicht Gegenstand der langfristigen Angebotsplanung im Raum Nordwestschweiz; andernfalls wäre zwecks Erhöhung der Leistungsfähigkeit ein massiver Infrastrukturausbau nötig (z. B. Vierspurausbau der EIsässerbahn, Ypsilon-Ast Regio-S-Bahn Herzstück, Anpassung der Stromversorgung SNCF/SBB).
Sehr interessiert an dieser Verbesserung ist auch der EuroAirport selber, da der direkte Anschluss an die Eisenbahn als erheblicher Standortvorteil gegenüber anderen Flughäfen gewertet wird. Aus diesen Gründen ist ein etappenweiser Schienenanschluss des Flughafens mittelfristig unerlässlich. Die Planungen sind 2010 wieder aufgenommen worden.

b) Strecke Basel-SBB – St. Johann inkl. Westkopf Bahnhof SBB: Ausbau auf 4 Gleise in Abstimmung mit dem Regio-S-Bahn Herzstück 

Die im Rahmenplan der SBB (unter d] Ausbau Gleis- und Publikumsanlagen) definierte Interessenlinie umfasst den 4-Gleisausbau der Elsässerbahn Basel SBB – Basel St. Johann inklusive den Ausbau des Westkopfs Basel SBB und eine Regio-S-Bahn Haltestelle Morgartenring. Die Option eines solchen Ausbaus ist zu sichern; sie könnte erforderlich werden, um die Kapazität infolge der Überlagerung von TGV, TER 200, S-Bahn und Güterzügen zu erhöhen. Jedoch ist der Ausbau auf mehrere Gleise mit erheblichen Eingriffen in die Wohn- und Erholungsgebiete (Zolli) verbunden. Deshalb ist er mit dem geplanten Regio-S-Bahn Herzstück (Variante Y) abzustimmen; die Belange des Naturschutzes sind unter der Bedingung, dass der Ausbau der Bahninfrastruktur gewährleistet bleibt, zu berücksichtigen.
Erst wenn die Realisierung des Ypsilon-Astes des Herzstücks gesichert ist, kann die Dimensionierung der Elsässerbahn überprüft werden.

c) Leistungssteigerungen zwischen Bahnhof SBB* und Pratteln durch Streckenausbauten und Entflechtungsmassnahmen 

Mit der geplanten Zunahme der Anzahl an Zügen wird es angesichts der zahlreichen «Überschneidungsfahrten » im Weichenfeld Ost des Bahnhofs SBB sowie in Pratteln und der knappen Kapazität zwischen Bahnhof SBB und Muttenz erforderlich, durch geeignete Massnahmen die Kapazität und die betriebliche Flexibilität zu verbessern. Entschieden worden ist im Rahmen der Angebotsplanung (AP) Nordwestschweiz und des Rahmenplans Basel, die S-Bahn über die Güterverkehrsstrecke Bahnhof SBB – Rangierbahnhof Muttenz (via Wolf) zu führen, wobei diese für höhere Geschwindigkeiten auszubauen und zwischen St. Jakob und Muttenz kreuzungsfrei in die Stammstrecke einzuführen ist. Das Vorhaben ist als Massnahme im Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2025 in der Vorlage über die Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (FABI**) aufgeführt. Ein Teil der Ausbaumassnahmen liegt auf dem Territorium des Kantons Basel-Landschaft. Die Belange des Naturschutzes sind unter der Bedingung, dass der Ausbau der Bahninfrastruktur gewährleistet bleibt, zu berücksichtigen.

d) Ausbau Gleis- und Publikumsanlagen Bahnhof SBB 

Gemäss revidiertem Rahmenplan der SBB (vom 31.03.2013) sind als Voraussetzung zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit im Bahnhof SBB im Ost- und Westkopf sowie auf der Südseite zusätzliche Gleise und Perronanlagen inklusive neue Perronzugänge erforderlich. Im selben Rahmen sind die Peter Merian- und Margarethenbrücke inklusive deren Zufahrtsstrassen sowie die Tram- und Bushaltestellen an die künftigen Anforderungen anzupassen. Die vorgesehenen Massnahmen sollen etappenweise, abgestimmt auf die geplanten Angebotsverbesserungen im Fernverkehr wie auf der Regio-S-Bahn und auf die verfügbaren Mittel im künftigen Bahninfrastrukturfonds, realisiert werden. Eine erste Etappe ist im Ausbauschritt 2025 des Strategischen Entwicklungsprogramms von FABI vorgesehen.
Das Regio-S-Bahn Herzstück soll primär oberirdisch an die dannzumal erweiterten Perronanlagen und langfristig mit einem neuen Tiefbahnhof angebunden werden.

e) Neubau-/ Ausbaustrecke Karlsruhe – Basel 

Dieses Vorhaben betrifft eine der wichtigsten transeuropäischen Bahnachsen (CODE-24 Rotterdam – Genua) und Zulaufstrecken für die Alpentunnels in der Schweiz. Es dient der Kapazitätserhöhung und der Entflechtung von Personen- und Güterverkehr.
Das Raumordnungsverfahren in Deutschland ist weitgehend abgeschlossen. Auf den meisten Abschnitten läuft das Planfeststellungsverfahren. Der Katzenbergtunnel (Abschnitt 9.1) ist seit Ende 2012 in Betrieb, und der folgende Abschnitt 9.2 (bis zur Landesgrenze) ist im Bau. Für den letzten, im Kanton Basel-Stadt gelegenen Abschnitt 9.3 läuft die Projektierung. Speziell bei der Wiesequerung soll das für den Güterverkehr bestimmte 3. und 4. Gleis auf einem neuen Trassee führen. Das Vorhaben unterliegt Schweizer Recht (Plangenehmigungsverfahren). Beim Ausbau ist eine Koordination sowohl mit dem Projekt eines trimodalen Containerterminals Basel Nord geboten (vgl. Objektblätter M 5.1 und M 6.1) als auch die Schlussetappe für den bestehenden Umschlagbahnhof Basel - Weil am Rhein für dessen südseitige Gleisanbindung zu berücksichtigen. Die Belange des Naturschutzes sind unter der Bedingung, dass der Ausbau der Bahninfrastruktur gewährleistet bleibt, zu berücksichtigen.

f) Regio-S-Bahn Elektrifizierung Hochrheinstrecke Basel –Waldshut (– Erzingen) 

Die Hochrheinstrecke ist auf dem Abschnitt Basel Badischer Bahnhof –Waldshut – Erzingen heute nicht elektrifiziert. Die Elektrifizierung des Abschnittes Schaffhausen – Erzingen wurde 2013 abgeschlossen.
Die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke ist Voraussetzung für eine vollständige Integration der Strecke in die Regio-S-Bahn Basel sowie für bessere Verbindungen zwischen Nordwestund Ostschweiz. Unter Federführung des Bundesamtes für Verkehr sowie des Landes Baden- Württemberg suchen die Kantone Schaffhausen und Basel-Stadt und die Landkreise Lörrach und Waldshut eine Lösung für Angebotsverbesserungen sowie für die Finanzierung der hierfür erforderlichen Infrastruktur.

g) Regio-S-Bahn Herzstück 

Eine längerfristige Massnahme zur Verbesserung des regionalen ÖV-Angebotes bildet das «Regio-S-Bahn Herzstück», das mit einem Tunnel unter der Basler Innenstadt den Bahnhof SBB und Badischen Bahnhof miteinander verbinden und dadurch neue grenzüberschreitende Direktverbindungen (Durchmesserlinien) ermöglichen würde.
2010 entschieden sich die Parlamentskommissionen beider Basel für die Variante «Mitte» (Bahnhof SBB – Marktplatz – Claraplatz – Badischer Bahnhof) und den Seitenast Marktplatz – Bahnhof St. Johann (Variante Ypsilon) als Option. Nach der Freigabe der Mittel laufen vertiefte Abklärungen zum Angebot, Betrieb, zur definitiven Linienführung, Trasseesicherung, zu den Bahnhofsanschlüssen inkl. Abstellkapazitäten, zur Lage der Haltestellen, zu Stadtentwicklung, Finanzierung, Organisation etc. Diese Abklärungen bilden die Grundlage für ein Vorprojekt.

h) Neue Haltestellen Regio-S-Bahn

h1) Regio-S-Bahn Haltestelle Basel Solitude
Das Potenzial ist für folgende drei Standorte untersucht worden:
a) auf der Eisenbahnbrücke,
b) in der Breite (südliches Rheinufer),
c) Solitude / Wettstein (nördliches Rheinufer, unmittelbar an die Eisenbahnbrücke anschliessend).
Von allen drei erwähnten Standorten weist Solitude/Wettstein ein für innerstädtische Verhältnisse gutes Potenzial an Einwohnenden und Arbeitsplätzen auf, letzteres vor allem auch wegen der Nähe zum Entwicklungs- und Arbeitplatzschwerpunkt der Roche (Neubau). Zudem bietet er sich als Umsteigepunkt S-Bahn-Bus an, wobei allerdings wegen der relativ kürzeren Fahrzeiten mit einer Fahrgastverlagerung vom gesamten Tram- und Busnetz zur S-Bahn zu rechnen sein wird. In einem nächsten Schritt soll die Haltestelle auf die bauliche und bahnbetriebliche Machbarkeit zusammen mit einer Kosten/Nutzen-Untersuchung überprüft werden. Da der Standort dieser Haltestelle auf dem Areal des deutschen Schienennetzes liegt, sind für die Machbarkeitsuntersuchungen die Eisenbahninfrastrukturunternehmen (DB Netz AG und SBB Infrastruktur) einzubeziehen.

h2) Regio-S-Bahn Haltestelle Morgartenring
Die Regio-S-Bahn Haltestelle Morgartenring würde im Einschnitt der Strecke von Bahnhof SBB nach Saint-Louis – Mulhouse erstellt (Situation vergleichbar mit der S-Bahn-Haltestelle Dreispitz). Im Einzugsbereich der Haltestelle (innerhalb eines Umkreises von 1 km) besteht ein relativ hohes Potenzial an Einwohnenden und Arbeitsplätzen. Umsteigebeziehungen mit sehr kurzen Wegen wären zur Tramlinie 6 (Verbesserung der Anbindung von Allschwil an den Bahnhof SBB) und zur Busringlinie 36 möglich. Voraussetzung für eine Regio-S-Bahn Haltestelle Morgartenring ist ein attraktives Angebot (Bedienung mindestens im 1/4 h-Takt, Direktverbindungen in die Nordwestschweiz). Solange zwischen Basel SBB und Basel St. Johann nur zwei Gleise vorhanden sind, schränkt eine Regio-S-Bahn-Haltestelle Morgartenring die Streckenkapazität ein und ist daher kritisch. Im Hinblick auf eine allfällige Realisierung des Ypsilon-Asts des Herzstücks ist der Bau dieser Haltestelle aus Marktsicht (Bedienungshäufigkeit) neu zu prüfen.

h3) Regio-S-Bahn Haltestelle Riehen-Stettenfeld / Lörrach-Zollweg
Mit einer neuen S-Bahn-Haltestelle könnten die geplanten Wohnquartiere in Riehen und Lörrach besser erschlossen werden. Das Potenzial ist vergleichbar mit demjenigen benachbarter Haltestellen (Riehen Niederholz, Lörrach Stetten). Die definitive Lage (auf schweizerischem oder deutschem Territorium oder auf der Grenze) hängt von der künftigen Nutzung des Stettenfelds durch die Gemeinde Riehen ab. Zudem braucht es die Zustimmung der Zoll- und Grenzpolizeibehörden sowie evtl. Anpassungen an den entsprechenden Staatsverträgen. Es wird eine optimale Verknüpfung von Bahn, Tram und Bus und den möglichen Querungen angestrebt.

i) Doppelspurausbau Wiesentalbahn 

Die Wiesentalstrecke ist abgesehen vom Abschnitt Lörrach Stetten – Haagen nur eingleisig. Für einen Viertelstundentakt zwischen Basel und Lörrach (gemäss dem künftigen Fahrplanangebot Regio-S-Bahn) braucht es allenfalls Doppelspurausbauten zwischen Basel Bad. Bahnhof und Lörrach Stetten, vor allem dann, wenn eine Zugkreuzung im Bahnhof Riehen betrieblich nicht mehr möglich sein sollte. Für den genauen Standort der allfälligen Ausbauten sind vertiefte Untersuchungen notwendig. Die Belange des Naturschutzes sind unter der Bedingung, dass der Ausbau der Bahninfrastruktur gewährleistet bleibt, zu berücksichtigen.
 

*   In diesem Richtplan wird der von SBB und BAV als «Basel SBB Personenbahnhof» benannte Bahnhof am Centralbahnplatz durchgehend als «Bahnhof SBB» bezeichnet. Es handelt sich dabei um die im Allgemeinverständnis der Baselstädterinnen und Baselstädter verwurzelte Bezeichnung (s. z.B. den offiziellen Stadtplan).
** Genehmigt durch Volk und Stände am 9. Februar 2014.