NL2.1 Landwirtschaftsgebiet

Die Landwirtschaft dient der Erzeugung von Nahrungsmitteln, der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Pflege der Kulturlandschaft, der ökologischen Vernetzung und – unter Gewährleistung der Produktionsfunktion – der Erholung in der offenen Landschaft (Naturerfahrungen, Bewegungsaktivität).

Die Kantone stellen fest, welche Gebiete sich für die Landwirtschaft eignen.

Der Kanton Basel-Stadt hat die Landwirtschaftsgebiete (Zone) festgesetzt. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 345 ha (rund 9 % des Kantonsgebiets) wird – zu 93% in Pacht – durch acht Haupterwerbsbetriebe und zwei Nebenerwerbsbetriebe bewirtschaftet.

Eine Zuweisung von neuen Flächen zur Landwirtschaft ist weder in der Zwischenzeit erfolgt, noch absehbar. Der Kanton wird die Gemeinden – nicht zuletzt im Hinblick auf die Fruchtfolgeflächen – dazu anhalten, in ihren Zonenplanrevisionen das Landwirtschaftsgebiet zu erhalten. Ohne Weiterführung der landwirtschaftlichen Nutzung würden sich die Landwirtschaftsgebiete in intensiv genutzte Erholungslandschaften wandeln; dem Kanton ginge dabei ein wichtiger Teil seiner heutigen räumlichen Gestaltung verloren.

Die Landwirtschaftsgebiete als mehrheitlich wertvolle Kulturlandschaften grenzen vor allem an das Siedlungsgebiet und an den Wald und werden teilweise von weiteren Nutzungen überlagert (z. B. Wassergewinnung im Bereich der Langen Erlen). Nach Bundesrecht heute nicht mehr zonenkonform werden in Basel-Stadt zurzeit rund ein Drittel der Freizeitgartenareale im Landwirtschaftsgebiet betrieben. Im Bereich Landschaftspark Wiese werden die Nutzungskonflikte mit einem Landschaftsrichtplan geregelt. Für den östlichen Landschaftsraum steht ein Landschaftsentwicklungskonzept noch aus und muss regional entwickelt werden.

Die Richtplanvorhaben «Stadtrandentwicklung Basel Süd»* und «Bischoffhöhe Riehen» befinden sich im Landwirtschaftsgebiet (teils hochwertige Fruchtfolgeflächen). Als Folge der erhöhten Anforderungen zur Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Siedlungsattraktivität und der Kernfunktion von Basel-Stadt sind die neuen Baugebiete Zugeständnisse an den zunehmenden Bedarf an hochwertigem Wohnraum.

Das Bauen ausserhalb der Bauzonen wird im Baubewilligungsverfahren nach den bundesrechtlichen Vorgaben – und ergänzend nach der kantonalen Gesetzgebung (insbesondere in Verbindung mit dem Gesetz über den Natur- und Landschaftsschutz vom 25. Januar 1995) – geregelt
 

Erwünschte Wirkung

  • Erhaltung der Landwirtschaftsfläche (unter Vorbehalt S1.1 Siedlungsentwicklung, Siedlungsgebiet [Baugebiet])
  • Sicherung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft
  • Sicherung des Landschaftsmusters und –charakters
  • Erhaltung von Freiräumen für die Extensiverholung
  • Einrichtung und Erhaltung von ökologischen Ausgleichsflächen (inkl. Sicherung Biotopverbund mit Vernetzungskonzepten)

Strategie / ST
2, 4, 10 und 12

Leitsätze
32, 34, 35 und 38

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Das Landwirtschaftsgebiet dient der Erzeugung von Nahrungsmitteln, der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Pflege der Kulturlandschaft, der ökologischen Vernetzung und – unter Gewährleistung der Produktionsfunktion – der Erholung in der offenen Landschaft.
  2. Das Landwirtschaftsgebiet wird durch die Gemeinden und für Basel durch den Kanton als Landwirtschaftsgebiet oder -zone ausgeschieden.
  3. Der Flächenbestand zum Zeitpunkt dieses Beschlusses ist grundsätzlich zu sichern. Für aus gesamtplanerischer Sicht zweckmässige Erweiterungen des Siedlungsgebietes, für welche landwirtschaftlich genutztes Landwirtschaftsgebiet beansprucht wird, sind soweit möglich Ersatzangebote zu schaffen.
  4. Kanton und Gemeinden setzen im Zuge ihrer Zonenplanrevisionen die im Landwirtschaftsgebiet nicht mehr zonenkonformen Freizeit- oder Familiengartenanlagen zonenrechtlich neu fest.
     

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* Anpassungsbedarf nach Ablehung der Stadtrandentwicklung Süd per Volksentscheid vom 28. September 2014.