NL2.2 Fruchtfolgeflächen

Der Bund hat im Jahr 1992 mit dem Sachplan Fruchtfolgeflächen (FFF) den Mindestumfang der FFF und deren Aufteilung auf die Kantone festgelegt. Der Sachplan hat zum Ziel, ackerbaulich nutzbare Böden im Landwirtschaftsgebiet für die Versorgungssicherheit vor Umnutzungen zu bewahren. Er beruht auf den historischen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg («Anbauschlacht» / «Plan Wahlen»).
Die Kantone sichern ihren Anteil am Mindestumfang der FFF gemäss Sachplan des Bundes. Diese Pflicht wurde mit Inkrafttreten der Raumplanungsverordnung im Jahr 1986 verankert. Der Kanton Basel-Stadt muss demgemäss 240 ha FFF sichern; er hat am 8. Juni 1994 die FFF ausgeschieden.

Seit 1986 hat sich die Ausgangslage verändert: Die Bedrohungslage ist schwach, es gibt neue Anbaumethoden, die Landwirtschaft nimmt erweiterte ökologische Funktionen wahr und es gibt neue Nutzungsansprüche im Landwirtschaftsgebiet (u. a. Erholungsnutzung). Der Bund hat deshalb im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Sachplans eine Überprüfung vorgenommen (2001 – 2005), eine Vollzugshilfe ist im März 2006 erschienen.

Karte Fruchtfolgeflächen (FFF) des Kantons Basel-Stadt (orientierende Karte)
Fruchtfolgeflächen (FFF) des Kantons Basel-Stadt (orientierende Karte)

Der erforderliche Mindestumfang an FFF von 240 ha im Kanton Basel-Stadt ist gesichert. Die im gesamtrevidierten Richtplan von 2009 mit 4 ha als Vororientierung georteten FFF wurden fachlich beurteilt; es handelt sich effektiv um rund 4.7 ha. 
Unter Beachtung der laufenden Zonenplanrevisionen wurde entsprechend Ziff. 4 der Planungsanweisungen dieses Objektblattes die kantonale Berechnung neu aufgestellt (s. Massnahmen / Details).

Die Richtplanvorhaben «Stadtrandentwicklung Basel Süd» und «Bischoffhöhe Riehen» befinden sich im Landwirtschaftsgebiet, das teilweise hochwertige Fruchtfolgeflächen umfasst.

Falls abzusehen ist, dass die vom Bund geforderten 240 ha FFF tangiert werden, sind adäquate Ersatzflächen anzuordnen. Die Ausscheidung steht unter dem Vorbehalt der qualitativen Eignung gemäss Bundesvorgaben, eingebettet in eine kantonale Gesamtübersicht der FFF, die die Aufhebung und Neudisposition von FFF darlegt. Diese Gesamtübersicht muss anlässlich der Zonenplanrevisionen – bei definitiver Bestimmung neuer Bauzonen ausserhalb des bestehenden Siedlungsgebietes – und im Zusammenhang mit der Ausscheidung des Gewässerraums vorliegen.


Strategie / ST
2, 4, 10 und 12

Leitsätze
32, 34, 35 und 38

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Fruchtfolgeflächen (FFF) im Kanton sind umfänglich zu schonen, das Mindestkontingent von 240 ha ist zu sichern.
  2. Für aus gesamtplanerischer Sicht notwendige Erweiterungen des Siedlungsgebietes, für welche FFF beansprucht werden, sind – in Abstimmung mit dem Bund und unter der Prämisse des Erhalts von 240 ha – im Kantonsgebiet adäquate Ersatzflächen auszuscheiden.
  3. Kanton und Gemeinden übernehmen die gemäss Richtplangesamtkarte ausgewiesenen FFF in ihre Nutzungspläne (Ausscheidung als Landwirtschaftsgebiet bzw. -zone, ggf. als Grünzone mit überlagernder Naturschon-, Naturschutz- oder Landschaftsschutzzone).
  4. Der Kanton erstellt im Rahmen von Zonenplanrevisonen, anlässlich der Disposition von Siedlungsgebietserweiterungsflächen und im Zusammenhang mit der Ausscheidung des Gewässerraums jeweils eine Gesamtübersicht der FFF; Abtauschmöglickeiten berücksichtigen neben den Quantitäten die qualitative Eignung.
     

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Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
Der Kanton bestätigt die FFF gemäss Richtplankarte Festsetzung
Neue Flächen von 4.7 ha FFF in Bettingen Festsetzung

Massnahmen / Details

Der Kanton Basel-Stadt verfügt heute über 252.2 ha FFF. In Bezug auf das festgesetzte Mindestkontingent von 240 ha beträgt der Saldo dementsprechend +12.2 ha. Der Regierungsrat hat im vom Bund genehmigten kantonalen, gesamtrevidierten Richtplan von Jan. 2009 weitere 4 ha FFF in Bettingen örtlich festgelegt (Vororientierung). Die fachliche Beurteilung dieser Flächen durch das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain hat ergeben, dass in Bettingen definitiv 4.7 ha neue FFF festgesetzt werden können. Zusammen mit einer zusätzlichen Zuweisung in Basel von 0.5 ha Bauzone in die Landwirtschaftszone erhöht sich der kantonale FFF-Saldo im Vergleich zum Mindestkontingent auf +17.2 ha. Bei Abzug der Fruchtfolgeflächenverluste von 5.3 ha durch geplante Einzonungen auf dem Bruderholz in Basel und von weiteren 1.0 ha durch einzelne kleinere Anpassungen resultiert insgesamt ein Bestand von 251.1 ha FFF, was einem Überschuss von +11.1 ha über das Mindestkontingent des Bundes entspricht. 

10.7 ha Fruchtfolgeflächen sollen künftig in Basel fast ausschliesslich als Grünzone mit überlagernder Naturschon-, Naturschutz- oder Landschaftsschutzzone ausgewiesen werden.
Damit werden Gebiete ausserhalb des Siedlungsgebiets bezeichnet, in denen neben der landwirtschaftlichen Produktion auch die Funktionen der naturbezogenen Naherholung und der naturräumlichen Aufwertung eine hohe Gewichtung erfahren sollen. In Folge der strengen Beschränkungen für bauliche Massnahmen in der Grünzone unterliegt in diesen Gebieten die Ressource Boden auch künftig einem besonderen Schutz, womit das landwirtschaftliche Produktionspotenzial deshalb dauerhaft erhalten bleibt. 

                                

Bestand Fruchtfolgeflächen (FFF) in Basel-Stadt

(Mindestkontingent: 240 ha)

252.2 ha  
Neue Festsetzung von Fruchtfolgeflächen in Bettingen 4.7 ha  
Zonenplanrevision Riehen (Entwurf)    
   Aufhebung von FFF Auf der Bischoffhöhe/Oberfeld (aufgerundet)   0.9 ha
Zonenplanrevision Basel    
   Aufhebung von FFF zugunsten von Bauzonen   5.3 ha
   Aufhebung von FFF zugunsten von Grünanlagezone*   0.4 ha
   Aufhebung von FFF zugunsten von Grünzone im Siedlungsgebiet **   0.6 ha
Neue Fruchtfolgeflächen in Landwirtschaftszone *** 0.5 ha  
Total 257.4 ha 7.2 ha
*     Anpassung an bestehende Freizeitgartenparzelle Areal Klosterfiechten
**    Grünkorridor entlang der Predigerhofstrasse
***   Primär durch Reduktion der Zone für Nutzungen im öffentlichen Interesse beim Klosterfiechtenhof

Total FFF (Mindestkontingent: 240 ha)

250.2 ha
Setzt sich wie folgt zusammen:  
in Landwirtschaftszone 239.5 ha

Neu in Grünzone mit überlagernder Naturschon-, Naturschutz-

oder Landschaftsschutzzone ausserhalb des Siedlungsgebiets

10.7 ha