ST11 - ST12 Mobilität
ST11 Ausreichende Kapazitäten des Verkehrssystems
Eine gut ausgebaute und effizient betriebene Verkehrsinfrastruktur ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Die Verkehrsflächen und -anlagen der verschiedenen Verkehrsträger beanspruchen einen grossen Teil des knappen Raums; der Ausbau der Infrastruktur ist aufgrund begrenzter Flächen und Finanzmittel sehr überlegt vorzunehmen. Das Verkehrssystem muss so optimiert und an sich verändernde Bedürfnisse angepasst werden, dass Langsamverkehr, öffentlicher Verkehr und motorisierter Individualverkehr sowie Güterverkehr und -logistik ausreichende Kapazitäten zur Verfügung haben, wobei die Verkehrsnachfrage verstärkt durch Langsamverkehr und öffentlichen Verkehr befriedigt werden muss.
Strategischer EntscheidDem Langsamverkehr wird ausreichend Raum zugebilligt. Die Behinderungen des öffentlichen Verkehrs durch den motorisierten Individualverkehr werden reduziert. Die ÖV-Infrastruktur wird gezielt ausgebaut, um den Anteil des ÖV am gesamten Transportaufkommen vor allem im Verkehr mit dem Umland zu verbessern (Ausbau Regio-S-Bahn inkl. S-Bahn-Herzstück und Leistungssteigerung zwischen Bahnhof SBB und Pratteln, grenzüberschreitende Tramlinien). Bestehende oder sich abzeichnende Kapazitätsengpässe auf Hochleistungsstrassen werden beseitigt, um ein Ausweichen des motorisierten Individualverkehrs auf das Stadtstrassennetz zu verhindern. Ansonsten wird das bestehende Strassennetz nur für Neuerschliessungen ausgebaut. Insgesamt wird eine Umverteilung des Verkehrs zugunsten von Langsamverkehr und ÖV angestrebt. Die u.a. durch die Eröffnung der NEAT sich abzeichnenden Kapazitätsprobleme im Güterverkehr werden trinational abgestimmt gelöst, um Verschlechterungen im Personenverkehr zu verhindern. Die bestehenden Infrastrukturen zur Güterlogistik werden zur optimalen Verknüpfung der Verkehrsträger (Wasser, Schiene, Strasse, Luft) genutzt (vgl. ST8: «Qualität für Wirtschaft und Bildung »). In der Güterlogistik wird verstärkt mit den Nachbarn in der trinationalen Agglomeration kooperiert mit dem Ziel, in Basel-Stadt andere Nutzungen zu ermöglichen (vgl. ST3: «Aufwertung Rhein und Ufer» und ST4: «Mehr Raum für Einwohnerinnen und Einwohner»).
ST12 Stadtverträgliches Mobilitätsangebot mit hoher Qualität für Einwohner und Wirtschaft
Die verkehrsgünstige Lage Basels und ein gutes Mobilitätsangebot innerhalb des Kantons mit dem Umland sowie im überregionalen und internationalen Verkehr sind wichtige Faktoren der Standortqualität. Andererseits bestehen teilweise hohe, durch den Verkehr bedingte Belastungen von Wohngebieten.
Strategischer EntscheidDas Mobilitätsbedürfnis von Bevölkerung und Wirtschaft wird durch angebotsorientierte Verkehrsplanung befriedigt, damit keine zusätzlichen Belastungen ausgelöst werden. In heute stark vom Verkehr beeinträchtigten Wohngebieten werden die Belastungen reduziert. Gegenseitig aufeinander abgestimmte Raum- und Verkehrsplanung mit kurzen Wegen, guten Bedingungen für den Langsamverkehr, gutem ÖV-Angebot und Kanalisierung des motorisierten Individualverkehrs auf dem übergeordneten Strassennetz ermöglicht eine stadtverträgliche Mobilität unter Minimierung der negativen Auswirkungen des Verkehrs. Eine bessere Verknüpfung zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern wird angestrebt. Der Erhöhung des Anteils von Langsamverkehr und ÖV wird Priorität eingeräumt.
