S4.5 Aktionsraum Rhein

Der Rheinraum prägt die Landschaft Basels, der Flussbogen (das «Rheinknie») mit den bebauten Ufern formt die Stadt. Von erstrangiger Bedeutung ist der Flussraum nicht nur als Verkehrs- und Wirtschaftsraum, sondern auch als Erholungsraum. Die Rheinufer als sehr beliebtes Naherholungsgebiet sind von hoher gesamtstädtischer Bedeutung (Stadtimage, Wohnqualität); gleichzeitig ist der Rheinraum ein wichtiger überregionaler Vernetzungsraum für die Natur.

Die Vielzahl der Nutzungen ist nicht konfliktfrei. Die Konflikte sind so weit wie möglich zu verringern, indem sie koordiniert und in die städtebauliche Gesamtentwicklung einbezogen werden, gegebenenfalls auch in grenzüberschreitender Koordination. Neben der Gesetzgebung sind die ratifizierten internationalen Abkommen zur Rheinschifffahrt und zum Schutz des Rheins bei Planungen und bei der Umsetzung von Massnahmen zu berücksichtigen.

Die verschiedenen Nutzungen können grob in drei Gruppen unterteilt werden:

Wirtschafts- und Verkehrsraum

Der Baselstädtische Rhein ist Teil des schiffbaren Flusses zwischen Rheinfelden und der Nordsee. Basel wird nicht nur von Frachtern und Personenschiffen durchquert, sondern beherbergt einen für Basel-Stadt und die Schweiz bedeutenden, international ausgerichteten Hafen in Kleinhüningen. Die Schifffahrt (mit ihrer guten Umweltverträglichkeit), der Güterumschlagsplatz und der Hafen müssen weiterhin wirtschaftlich attraktive Voraussetzungen vorfinden. Die dafür notwendigen Massnahmen sind so weit als möglich mit anderen Vorhaben unter Wahrung der Erholungsfunktionen des Rheinraums und der Tier- und Pflanzenwelt zu koordinieren.
Der Freizeitmotorbootverkehr und seine Infrastruktur sind so weit wie möglich zu limitieren. Die Beibehaltung der beliebten Personenfähren als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel ist unbestritten.

Freiraum / Erholungsraum / Wohn- und Lebensraum

Die Rheinufer, vor allem das der Kleinbasler Seite («Riviera»), zählen zu den beliebtesten Flanier-, Bade- und Festbereichen der Stadt. Viele dem Rhein zugewandte Aktivitäten (Weidlinge, Wasserski, Bootshafen, Fischen, Sonnenbaden etc.) sind im Vereinsleben der Stadt verankert. Die Instandhaltung und Aufwertung der Rheinufer als Erholungs- und Freizeitgebiet sind von grossem öffentlichen Interesse. In den letzten Jahren wurde (unter anderem im Zusammenhang mit dem Aktionsprogramm Stadtentwicklung) mit vielen Massnahmen die Umgebung der Rheinufer aufgewertet; weitere befinden sich in der Umsetzung oder stehen an (z. B. Sanierung Kleinbasler Rheinufer).
Nur für den Langsamverkehr geöffnete Wege garantieren den zu Fuss Gehenden und Velofahrenden die nötige Sicherheit.
Entwicklungsbedürftig ist die Zugänglichkeit zum Rheinufer aus den anliegenden Wohngebieten.

Lebensraum für Flora und Fauna

Durch die besondere Lage nördlich des Schweizer Juras und am südlichen Ende der oberrheinischen Tiefebene bietet der Rhein einer grossen Anzahl Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Flora und Fauna haben sich jedoch durch wirtschaftliche und freizeitliche Nutzungen in ihrer Zusammensetzung stark verändert. Die vorwiegend naturfremden Rheinabschnitte erschweren die Entwicklung und Vernetzung einheimischer Populationen. Die Ansätze zur sanften Revitalisierung der Ufer zeigen auf, wie sich stadtökologische Anliegen mit weiteren Nutzungen verbinden lassen: Die Basler Rheinufer und die im und am Wasser beheimateten Pflanzen und Tiere sollen geschützt und in ihrer Entwicklung nachhaltig gefördert werden.

Strategie / ST
3, 5 und 10

Leitsätze
16, 18, 22, 28, 36 und 49

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Unter Berücksichtigung der Ansprüche der Güterschifffahrt ist der Rhein mit seinen Ufern als Erholungsgebiet, als Wohn- und Lebensraum, als Lebensraum für Flora und Fauna sowie als Vernetzungskorridor wenn immer möglich grenzüberschreitend zu stärken.
  2. Massnahmen der Stadtentwicklung, die der Aufwertung der Rheinufer dienen, sind in Rücksicht auf Wirtschaft, Natur und Lebensraum auszuführen
  3. Aufwertungen und Revitalisierungen sollen in gegenseitiger Abstimmung entwickelt werden – unter Gewährleistung der wirtschaftlichen Funktionen des Flussraums.

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