S4.3 Innenstadtaufwertung - Qualität im Zentrum

Basel

Die Basler Innenstadt ist die Visitenkarte des Kantons Basel-Stadt und erfüllt für die Stadt und die Region wichtige Funktionen: Sie bildet den Kern städtischen Lebens, dient als Sozial-, Erlebnis- und Freizeitraum, ist Unternehmensstandort mit zahlreichen Arbeitsplätzen, bietet hochwertigen Wohnraum und zentrale Versorgungsfunktionen an und ist mit dem ÖV bestens erschlossen. Das historische Stadtzentrum verfügt über ein anziehendes Ambiente, das, gepaart mit hochwertiger Architektur sowie einer hohen Aufenthaltsqualität im Freien – speziell am Ufer des Rheins –, die Anziehungskraft Basels auch für Touristen begründet. Diese Qualitäten des «Multifunktionsraums Innenstadt» gilt es zu bewahren und zu stärken.

Die Innenstadt ist jedoch einem stetigen Wandel unterworfen: Immer mehr Filialen internationaler Ketten prägen den Detailhandel. Die Konkurrenz durch neue Einkaufszentren am Stadtrand und in der Agglomeration wächst, der öffentliche Raum wird zunehmend für Freizeitaktivitäten genutzt und innenstädtische Wohnlagen sind sehr gefragt. Die Innenstadt ist dadurch Schauplatz sich teils widersprechender Erwartungen; die unterschiedlichen Blickwinkel, Bedürfnisse und Vorstellungen der Akteure führen oft zu Blockaden und hemmen eine zukunftsgerichtete Entwicklung.

So besteht im öffentlichen Raum dringender Handlungsbedarf, unter anderem in Form von Gestaltungsmassnahmen; entsprechende Projekte haben es schwer, weil noch kein Gesamtkonzept für die Gestaltung von Strassen, Gassen und Plätzen vorliegt. Im Weiteren werden zur Konfliktvermeidung zwischen der Wohnnutzung und anderen Nutzungen, die teils auch nachts zu Lärmimmissionen führen, räumliche Lösungen gesucht.
Als Reaktion auf diese Situation wurde 2006 das Projekt «Innenstadt – Qualität im Zentrum» ins Leben gerufen. Inzwischen wurde in einem Mitwirkungsverfahren (2009) von Vertretern der Interessenorganisationen und der Verwaltung ein Entwicklungskonzept für die Basler Innenstadt erarbeitet. Ausgearbeitet wird zudem ein Gesamtkonzept für die Gestaltung (2012/2013).

Zur Unterstützung eines optimalen Managements des öffentlichen Raumes wird darüber hinaus ein Entwicklungsrichtplan erarbeitet (2013). Er wird die erwünschte Entwicklung der Innenstadt in den nächsten 10 bis 15 Jahren aufzeigen. Danach sollen die Instrumente und Massnahmen zur Nutzung des öffentlichen Raumes – wie Bespielungspläne, «Boulevardplan Innenstadt» (mit Angaben zu Öffnungszeiten von offenen Wirtschaften), Wohnanteilsplan und dgl. – überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Entsprechend dem Entwicklungskonzept für die Basler Innenstadt gelten folgende 5 übergeordnete Ziele, die räumlich relevant sind:

  • Stärkung der Funktionsvielfalt der Innenstadt
  • Stärkung der Finanzkraft des Kantons Basel-Stadt
  • Stärkung der Zentrumsfunktion der Stadt Basel
  • Förderung einer stadtgerechten Mobilität
  • Stärkung der internationalen Ausstrahlung und Anziehungskraft Basels

Detailliert ausgedrückt:
Die Innenstadt als zentraler Ort des urbanen Lebens und als Kulturzentrum von europäischem Niveau – u. a. aber auch attraktiv durch die historische Bausubstanz – soll für die Ansprüche einer modernen Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft Raum bieten, so insbesondere sowohl für Gastronomie, Hotellerie und für ein vielfältiges Detailhandelsangebot als auch für die Kultur, für Veranstaltungen im öffentlichen Raum, für hochwertiges Wohnen und für die Erholung im Freien.

Durch die Verminderung von Nutzungskonflikten kann das vorhandene Potenzial an kantonalen Steuereinnahmen von juristischen und natürlichen Personen besser ausgeschöpft werden.
Indem die Erreichbarkeit erhöht und die Verkehrsbelastungen verringert werden, kann – bei Vorrang des öffentlichen Verkehrs und sinnvoller Kanalisierung des motorisierten Individualverkehrs – die Innenstadt für den Fussverkehr noch attraktiver werden und für den Veloverkehr gute Rahmenbedingungen bieten.

Alle Massnahmen sollen darauf ausgerichtet sein, die Basler Innenstadt als Aushängeschild der gesamten Region zu stärken. Die Standortqualität soll weiter entwickelt und im internationalen Vergleich vermehrt sichtbar gemacht werden, um gut qualifizierte Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger aus dem In- und Ausland sowie Touristinnen und Touristen zu gewinnen.
 

Riehen

Gemäss Riehener Leitbild von 2000 sind im Dorfkern zentrumsbildende Nutzungen zu fördern. Im kommunalen Richtplan wurde dementsprechend die Strategie formuliert, den Dorfkern zu einem attraktiven Zentrum mit vielfältigen Nutzungen weiterzuentwickeln und aufzuwerten. Riehen strebt unter Wahrung einer hohen städtebaulichen Qualität und der historischen Bausubstanz die Erhaltung, Erweiterung und Neuansiedlung von zentrumsbildenden Nutzungen an (Integration von Arbeiten und Wohnen, Grünräumen sowie Einrichtungen der Versorgung, Freizeit und Kultur, insbesondere der Fondation Beyeler). Diese Strategie ist von kantonaler Bedeutung. (Der Entwicklungsrichtplan für das Dorfzentrum von Riehen wurde im Mai 2011 vom Regierungsrat genehmigt.)

Bettingen

Gestaltungskonzept Dorfzentrum
Der Gestaltung des Dorfzentrums mit Kantonsstrasse und Lindenplatz wird hohe Priorität beigemessen. Unter Federführung der Gemeinde und mit Beteiligung der zuständigen Amtsstellen des Kantons sowie der Grundeigentümerschaft wird in einem wettbewerbsähnlichen Verfahren ein Gestaltungskonzept erarbeitet. Das Konzept vereinigt die Belange der städtebaulichen Entwicklung und Gestaltung, die Schaffung von Begegnungsräumen wie auch die wirksame Beruhigung und Sicherung des Verkehrs.


Strategie / ST
3, 5, und 11

Leitsätze
8, 14, 16, 18, 19, 21, 40, 41 und 47

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisung

  1. Die Erhaltung, langfristige Sicherung sowie bedarfsgerechte, nachhaltige Weiterentwicklung der Qualitäten der Basler Innenstadt sowie des Riehener Orts- als auch des Bettinger Dorfzentrums sind von kantonalem Interesse. Die Zentren sollen weiterhin anziehend auf Bewohner/innen sowie Besucher/innen wirken. – Durch eine anregende Mischung aus Läden, Gastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen soll ihre Attraktivität die regionale Ausstrahlung fördern; gleichzeitig ist die Wohnfunktion zu sichern und aufzuwerten. – Fuss- und Veloverkehr sind vorrangig zu fördern.
  1. Basler Innenstadt

a) Es stehen folgende fünf raumrelevante Ziele im Vordergrund:

Stärkung der Funktionsvielfalt

Die Innenstadt soll gleichzeitig Raum bieten für Kultur, Veranstaltungen im öffentlichen Raum, hochwertiges Wohnen, die Erholung im Freien, Gastronomie, Hotellerie sowie für ein vielfältiges Detailhandelsangebot hoher Qualität.

Stärkung der Finanzkraft des Kantons Basel-Stadt

Um das Potenzial an kantonalen Steuereinnahmen von juristischen und natürlichen Personen besser auszuschöpfen, sind räumliche Nutzungskonflikte zu vermindern.

Stärkung der Zentrumsfunktion der Stadt Basel

Die Zentrumsfunktion der Basler Innenstadt (Kulturzentrum von europäischem Niveau, Einkaufszentrum, gastronomische Vielfalt, hohe Aufenthaltsqualität im Freien) ist wo immer möglich zu stärken.

Förderung einer stadtgerechten Mobilität

Um die Erreichbarkeit zu erhöhen und die verkehrlichen Belastungen zu verringern, soll – bei Vorrang des öffentlichen Verkehrs und sinnvoller Kanalisierung des motorisierten Individualverkehrs – die Innenstadt für den Fussverkehr noch attraktiver werden und für den Veloverkehr gute Rahmenbedingungen bieten.

Stärkung der internationalen Ausstrahlung und Anziehungskraft Basels

Die hohe Standortqualität der Innenstadt Basels soll entwickelt und im internationalen Vergleich vermehrt sichtbar gemacht werden.

b) Es sind folgende Konzepte, Planungen und Massnahmen durchzuführen:

  • Erarbeiten eines Gesamtkonzepts für die Gestaltung von Strassen, Gassen und Plätzen.
  • Schrittweise Umsetzung des Gestaltungskonzepts ab ca. 2013, mit einem ersten Schritt bis 2025.
  • Erarbeitung eines Entwicklungsrichtplans für die Innenstadt (ca. 2013).
  • Optimierung des Nutzungsmanagements des öffentlichen Raums und Anpassung der entsprechenden Instrumente.
  1. Riehener Ortskern
  • Bezeichnen von Prioritätsgebieten für Handel und Gewerbe im Zonenplan; Detailhandelsbetriebe mit erheblichem überkommunalen Einzugsgebiet werden ausgeschlossen.
  • Erarbeiten von Konzepten für Begegnungszonen und Parkierung im Dorfzentrum.
  • Organisieren von Verkehrsmanagement-Massnahmen für einen ortsverträglichen Verkehrsablauf.
  1. Bettinger Dorfkern
    Das Gestaltungskonzept:
  • Städtebauliche Konzeption
  • Gestaltung der Aussenräume
  • Beruhigung und Sicherung des Verkehrs
  • Parkierung

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Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte)

Gemäss Abgrenzungen in Richtplankarte.

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