S3.1 Einkaufszentren, Fachmärkte, Freizeiteinrichtungen

Ausgangslage / Definitionen

Als verkehrsintensive Einrichtungen werden im Richtplan Einkaufszentren, Fachmärkte und Freizeiteinrichtungen bezeichnet, die in Form von Einzelobjekten oder als Anlagen mit räumlich und erschliessungstechnisch zusammenhängenden Gebäudekomplexen ausgebildet sind und die mehr als 2’000 Fahrten des motorisierten Individualverkehrs pro Tag erzeugen.

Als verkehrsintensive Einrichtungen auf Kantonsgebiet gelten zurzeit folgende fünf Standorte, die in der Richtplankarte als Ausgangslage eingetragen sind:

  • Dreispitz Nord; Einkaufszentrum
  • St. Jakob; Freizeiteinrichtungen (Stadien) und Einkaufszentrum
  • Erlenmatt; Laden, Hotel und Wohnnutzung 
  • Stücki; Einkaufs- und Freizeitzentrum
  • Bahnhof SBB; Spezialfall: Einkaufszentrum in Form von Sekundärnutzungen des Bahnhofsgebäudes mitsamt Einzugsbereich (Um- und Fertigstellungen im Gang)

Nicht als verkehrsintensive Einrichtungen - auch wenn sie zu Spitzenzeiten viel Verkehr erzeugen und dadurch den (über-)regionalen Verkehrsstrom ebenfalls stark beeinflussen - gelten die grossflächigen wirtschaftlichen Schwerpunktgebiete wie Novartis und Roche. Die mit diesen Gebieten verbundene Belastung des Stadtgebietes durch den motorisierten Individualverkehr wird via Parkplatzverordnung und/oder Bebauungspläne geregelt. Vorgaben an die Nutzungsplanung sind unter S2.1 Wirtschaftliche Schwerpunktgebiete formuliert.

Entwicklung

In den letzten Jahren sind vor allem Shoppingcenter und Fachmärkte an der städtischen Peripherie entstanden, weitere sind bereits beschlossen. Die Entwicklung in diesem Bereich ist sehr dynamisch. Verkehrsintensive Einrichtungen lösen (über-)regionale Verkehrsströme aus, die – ähnlich wie der Pendler- und Freizeitverkehr – die Umwelt belasten

Problematik für die Stadtentwicklung

In Basel-Stadt ist die Ansiedlung von verkehrsintensiven Einrichtungen nicht losgelöst von der Expansion des Detailhandels aus dem Zentrum heraus zu verstehen. Es droht ein Strukturwandel, der die Attraktivität vieler Städte unter Druck setzt («Dezentralisierung der Zentralität»). Das Verschwinden von vor allem kleinen Läden schädigt die Anziehungskraft der Innenstadt als lebendiges Zentrum.

Bei dieser auch für das lokale Gewerbe wesentlichen Entwicklung muss der Stadtkanton vor allem darauf achten, dass sowohl günstige Voraussetzungen für die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sichergestellt bleiben als auch sämtliche Entwicklungen gefördert werden, die die Qualität im Zentrum erhöhen.

Da verkehrsintensive Einrichtungen in verschiedenen Zonen zugelassen sind, sind – vor allem zur Aufrechterhaltung des Verkehrssystems, zur Sicherung der Lufthygiene und zur Vermeidung der Lärmbelastung – Standortkriterien zu definieren.

Vorgehen

Das «periphere Einkaufen» ist dementsprechend so weit zu unterstützen, soweit die damit einhergehende Belastung durch den motorisierten Individualverkehr die erwünschte hohe Qualität für das Wohnen und Arbeiten nicht massgeblich beeinträchtigt. Entsprechend sind Standortkriterien unter den Planungsgrundsätzen / -anweisungen formuliert.

Aufgrund der Standortkriterien können zum aktuellen Zeitpunkt im Richtplan zwei Standorte, an denen neue Einkaufszentren, Fachmärkte und Freizeiteinrichtungen entstehen können, bezeichnet werden:

  • Gebiet Bahnhof St. Johann
  • Gebiet Badischer Bahnhof

Weiteres

Die raum- und umweltrelevanten Belange sind durch Integration von Fahrtenmodellen (Fahrtenbeschränkungen) in die Bebauungspläne sicherzustellen. In den Bebauungsplänen ist unter anderem auch aufzuzeigen, wie die Einrichtungen mit dem ÖV und dem Fuss- und Veloverkehr erschlossen werden. Wo gesetzlich notwendig, sind diese in Verbindung mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aufzustellen. Weitere Bedingungen sind die Ausbildung guter städtebaulicher Qualität und die Integration in den städtischen Kontext.

Strategie / ST
5 und 11 

Leitsätze
8, 21, 27, 43, 46 und 47

Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Als verkehrsintensive Einrichtungen gelten im Richtplan Einkaufszentren, Fachmärkte und Freizeiteinrichtungen, die in Form von Einzelobjekten oder als Anlagen mit räumlich und erschliessungstechnisch zusammenhängenden Gebäudekomplexen ausgebildet sind und die mehr als 2’000 Fahrten des motorisierten Individualverkehrs pro Tag erzeugen.
  2. Verkehrsintensive Einrichtungen finden ihren Standort
    • im Siedlungsgebiet (Baugebiet); bis auf 50m Nähe zu Wohngebieten (reine Wohngebiete und Wohngebiete mit Anteil 1 Geschoss Arbeiten);
    • im ÖV-Einzugsgebiet der Güteklasse A;
    • im Einzugsgebiet von Knoten der Hochleistungsstrassen, Radius 750 m;
    • an Hauptverkehrsstrassen (Kantonsstrassen); jeweils 50m in Seitenstrassen erweitert (Einzugsgebiet);wenn gesichert ist, dass Gefahren von benachbarten Anlagen und Betrieben, die ein Störfallrisiko aufweisen, gebannt sind.
  3. In Bebauungspläne für Einkaufszentren, Fachmärkte und Freizeiteinrichtungen werden Fahrtenmodelle (mit Fahrtenfestlegung) integriert.

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Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Gebiet Bahnhof St. Johann Vororientierung
b) Gebiet Badischer Bahnhof Vororientierung

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