S1.6 Siedlungsgliedernde Freiräume

Ergänzend zu den Landschaftsschutzgebieten sind im Richtplan «siedlungsgliedernde Freiräume » definiert. Ziel dabei ist, ökologische Korridore zu sichern, Siedlungsgrenzen zu strukturieren, heute noch erlebbare Freiräume zwischen Siedlungsgebietsteilen vom Siedlungsdruck zu entlasten sowie landschaftsästhetische und lufthygienische Funktionen zu erfüllen.

Siedlungsgliedernde Freiräume wurden im Richtplan von 1986 als «Siedlungstrenngürtel» (Koordinationsstand Vororientierung) definiert, grossräumig und grenzüberschreitend angelegt. Ein beträchtlicher Teil dieses Vorhabens von 1986 wird jetzt via Landschaftsschutz gesichert.

Strategie / ST
2 und 10

Leitsätze
3, 15, 28, 35, 37 und 38

Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Die siedlungsgliedernden Freiräume dienen der Gestaltung der Siedlungsränder, der Naherholung und der ökologischen Vernetzung.
  2. Für Bauten und Anlagen innerhalb siedlungsgliedernder Freiräume sind die Zielsetzungen gemäss Ziff. 1 zu berücksichtigen.

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Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Gebiet Bäumlihof / Landauer /Rheinäcker Festsetzung
b) Gebiet Riehen - Bettingen Festsetzung
c) Korridor Stettenfeld Zwischenergebnis
d) Korridor Zolli Festsetzung

Massnahmen / Details zu den örtlichen Festlegungen

a) Gebiet Bäulihof / Landauer / Rheinäcker

Die Freiflächen sind – im Zusammenspiel mit der beabsichtigten baulichen und landschaftlichen Entwicklung im Bereich Rheinäcker (s. Basisratschlag Zonenplanrevision Basel vom 15. Mai 2012) – als Erholungsraum und Grünzäsur zwischen Basel und Riehen, als Teil des Regiobogens sowie als ökologischer Korridor zwischen dem Landschaftspark Wiese und dem Rheinufer zu fördern. Die Freiflächen sind – unter Berücksichtigung der anderen raumrelevanten Interessen – ökologisch und gestalterisch aufzuwerten.

b) Gebiet Riehen – Bettingen

Dieser wenig bebaute Korridor bildet eine wichtige Grünzäsur zwischen den Gemeinden Riehen und Bettingen, die als ökologische Verbindungsachse zwischen dem Waldgebiet auf dem Ausserberg, dem Landwirtschaftsgebiet Mittelberg und dem Erholungsraum Wenkenpark wirkt.

c) Korridor Stettenfeld

Durch die Siedlungsentwicklung und nahe Grenzbebauung auf Lörracher Seite von Bedeutung: Korridor zwischen Stettenfeld (Mischgebiet), Oberfeld und Maienbühl. Der siedlungsgliedernde Freiraum entlang der Landesgrenze soll im Sinne des Trinationalen Eurodistricts ein siedlungsverbindender Freiraum werden, der sowohl Raum bietet für Freizeitanlagen als auch ökologische Funktionen erfüllt. Er steht im Konflikt mit der geplanten S-Bahn-Haltestelle. Im Rahmen der Nutzungsplanung ist aufzuzeigen, wie S-Bahn-Haltestelle, Bebauung und ökologische Vernetzung aufeinander abgestimmt werden.

d) Korridor Zolli

Die heute eher schlechte Ausstattung der näheren Umgebung macht es nötig, zwischen der Heuwaage, entlang des Birsigs und des Basler Zoos bis hin zum Dorenbachviadukt eine Promenade mit grösseren, gut erreichbaren Grünflächen zu schaffen, die als siedlungsgliedernder Freiraum und als sichere Fuss- und Veloverkehrsverbindung dienen.

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