S1.2 Schwerpunkte der Siedlungs- und Stadtentwicklung

Zur Förderung der Standortattraktivität, Entwicklungsfähigkeit und Konkurrenzfähigkeit von Basel(-Stadt) als Kernstadt eines Metropolitanraumes werden Teile im Siedlungsgebiet, die vorab zugunsten einer Siedlungsentwicklung nach innen zu unterstützen sind, als «Schwerpunkte der Siedlungs- und Stadtentwicklung» bezeichnet. Diese sind entsprechend der zukunftstauglichen, polyzentrischen Siedlungsstruktur von Basel-Stadt vornehmlich auf den öffentlichen Verkehr und optimal auf das Strassenverkehrsnetz auszurichten.

Die Schwerpunkte sind hinsichtlich der Stärkung der eigenen Identität unter Berücksichtigung historischer und kultureller Werte und Bestände zu entwickeln. Die hochwertige städtebauliche Qualität ist durch entsprechende Verfahren (Wettbewerbe), die Integration in das städtische Umfeld durch geeignete Projektorganisationen unter Beteiligung von Behörden, Unternehmen und Grundeigentümern zu sichern.
 

Siedlungsstrukturelle Schwerpunkte an Umsteigeknoten (Bahnhöfe)

Den Bahnhöfen kommt siedlungsstrukturell heute schon eine hohe Bedeutung zu. Durch Optimierung der Verkehrs- und Umsteigebeziehungen – u. a. durch Sicherung der erforderlichen Flächen für Park and Rail (P+R), Bike and Rail (B+R) – sowie mittels Stärkung der Zentrenbildung kann ihre Drehscheibenfunktion gestärkt werden. Die Trennwirkung der Bahnhöfe zwischen Stadtteilen ist zu vermindern, die Aufenthaltsqualitäten und die Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr zur Innenstadt sind zu verbessern.

Untergeordnete siedlungsstrukturelle Schwerpunkte (S-Bahn-Haltestellen)

Durch gute Integration der Haltestellen in das städtische Umfeld, vorteilhafte Wegebeziehungen, attraktive Ausgestaltung der Aussenräume und weitere Funktionsoptimierungen kann die S-Bahn als regionales Verkehrsnetz gestärkt und das Umfeld der Haltestellen für Siedlungsentwicklung gefördert werden.

Schwerpunkte Mischgebiete

Als «Schwerpunkte Mischgebiete» gelten Gebiete oder Infrastrukturflächen an gut erschlossenen Lagen im Umfeld übergeordneter städtischer Erschliessungsachsen, die aufgrund ihrer zum Teil extensiven Nutzung das Potenzial aufweisen für eine sich gegenseitig stützende Entwicklung von Wirtschaft, Gewerbe, Wohnen, Kultur und Freizeit.
(Begriff «Mischgebiet» s. Einleitung E3 Zu den Inhalten des kantonalen Richtplans)

Schwerpunkte Wohnen

Die «Schwerpunkte Wohnen» ergänzen die bestehende Siedlungsstruktur; ihre Entwicklung ist abhängig von überörtlicher Koordination. Mit ihnen soll mit angemessenen Bebauungsdichten das ungenügende Angebot an grosszügigen Wohnungen an attraktiven Lagen verbessert werden – als ein Beitrag zur Stärkung der Wohnfunktion der Kernstadt. Den Freiräumen ist dabei eine hohe Bedeutung beizumessen.
Die «Schwerpunkte Wohnen an Randlagen» befinden sich im Übergangsgebiet zu Grünräumen. Sie sind grösstenteils unbebaut, extensiv und monofunktional genutzt. Arealinterne Erschliessungen fehlen zumeist.
Die «Schwerpunkte Wohnen in Ergänzung zu Wohnquartieren» liegen verkehrsgünstig an Hauptverbindungsachsen. Die Nutzung ihrer Potenziale kann die Entwicklung der Quartiere und das Schaffen von neuem Wohnraum lokal stärken.
 

Regio-S-Bahn Herzstück

Insbesondere mit dem Vorhaben Regio-S-Bahn Herzstück würden die siedlungsstrukturellen Schwerpunkte besser verknüpft.

Strategie / ST
1, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 11

Leitsätze
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 17, 18,  20, 21, 2226, 27, 29, 3437, 40, 41, 42, 43, 44 und 61

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

  1. Die Schwerpunkte der Siedlungs- und Stadtentwicklung sind so zu entwickeln, dass sie unter Wahrung historischer und kultureller Werte und Bestände zu hochwertigem Lebens-, Wohn- und Wirtschaftsraum (u. a. mit Orientierung an der «2000-Watt-Gesellschaft ») führen. Städtebauliche Qualität ist durch entsprechende Verfahren zu sichern, Planungsprozesse sind durch Trägerschaften, an denen der Kanton lenkend partizipiert, oder durch Private Public Partnership zu verstärken.
  2. a) Siedlungsstrukturelle Schwerpunkte an Umsteigeknoten sind
    • als Drehscheiben mit wichtigen Verkehrsbeziehungen und attraktiven Mobilitätsangeboten bei gleichzeitiger Verbesserung der Aufenthaltsqualitäten zu fördern;
    • hinsichtlich Fuss- und Veloverkehr an ihr Umfeld und an die Innenstadt optimal anzubinden und in ihrer Trennwirkung zwischen Quartieren zu mindern;
    • als wirtschaftliche Impulsgeber zu nutzen, indem ihre Zentrumsfunktionen gestärkt werden.

b) Entwicklung Badischer Bahnhof: Der Badische Bahnhof ist durch Ausbildung der Zentrumsfunktion zu stärken. Dabei sind insbesondere die laufenden Planungen und Projekte im Umfeld des Badischen Bahnhofs zu berücksichtigen und aufeinander abzustimmen.

  1. Untergeordnete siedlungsstrukturelle Schwerpunkte sind
    • funktionsgerecht in das Umfeld zu integrieren; dieses wiederum ist auf die Haltestellen mit ihren Verknüpfungspotenzialen (mit Bevorzugung des Fuss- und Veloverkehrs) auszurichten, wobei Nutzungsart und -dichte der Areale in der näheren Umgebung zu überprüfen sind;
    • mit guten Wegebeziehungen und durchdachter Aussenraumgestaltung attraktiv zu machen.
  2. Schwerpunkte Mischgebiete sind
    • mit Verdichtungen im Bereich wirtschaftlicher Aktivitäten und beispielhaften städtebaulichen Gestaltungen als integrale Stadtteile zu entwickeln; Wirtschaft, Gewerbe, Wohnen, Kultur und Freizeit sollen sich dabei gegenseitig unterstützen und durch Immissionen wenig beeinträchtigen;
    • in ihrem Potenzial durch ggf. höhere Bebauungsdichten, lokal variierende Nutzungsarten, optimale Arealerschliessungen, integrierte Versorgungsmöglichkeiten, Schaffen von Freiraumqualitäten sowie gute ÖV-, Fuss- und Veloverkehrsverbindungen zu steigern.
  3. Schwerpunkte Wohnen sind
    • unter Beachtung angemessener Bebauungsdichten und der Freiraumqualitäten vorab für neuen Wohnraum zu nutzen;
    • sehr gut mit dem ÖV, mit dem Fuss- und Veloverkehr und angemessen mit dem motorisierten Individualverkehr zu erschliessen.

 

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Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Siedlungsstrukturelle Schwerpunkte an Umsteigeknoten (Bahnhöfe)  
    a1) Bahnhof SBB Ausgangslage*
    a2) Badischer Bahnhof Festsetzung
   a3) Bahnhof St.Johann Festsetzung
b) Untergeordnete siedlungsstrukturelle Schwerpunkte  
    b1) Dreispitz, S-Bahn-Haltestelle Festsetzung
    b2) Niederholz Riehen, S-Bahn-Haltestelle Festsetzung
    b3) Riehen Dorf, S-Bahn-Haltestelle Festsetzung
    b4) Stettenfeld, Riehen Nord, S-Bahn-Haltestelle Zwischenergebnis
c) Schwerpunkte Mischgebiete  
    c1a) Dreispitz Festsetzung
    c1b) Standort Bernoulli-Walkeweg Festsetzung

    c2)   Gebiet Klybeckquai

            Gebiet Westquai-Insel

Zwischenergebnis

Vororientierung

    c3)   Stettenfeld Riehen Zwischenergebnis
    c4)   Niederholz Riehen Zwischenergebnis
    Option bei Verlagerung Hafenbahnhof  

    c5)   Gebiet Altrheinweg

 Zwischenergebnis

d) Schwerpunkte Wohnen  
    d1) Stadtrandentwicklung Nordwest Festsetzung
    d2) Stadtrandentwicklung Ost Festsetzung**
    d3) Spitalareal Felix Platter Festsetzung
 * siehe Erläuterung unter Einleitung E6 Stand der Koordination, Sonderfall S 1.2 siedlungsstrukturelle Schwerpunkte     ** Anpassungsbedarf nach Ablehnung der Stadtrandentwicklungen Süd und Ost per Volksentscheid vom 28. September 2014

Massnahmen / Details zu den örtlichen Festlegungen

a) Siedlungsstrukturelle Schwerpunkte an Umsteigeknoten (Bahnhöfe) 
Die drei Bahnhofsgebiete befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

a1) Bahnhof SBB*
Die konflikthaltige Vielzahl an Nutzungen, Funktionen und Besuchern bedingt die Zusammenarbeit von Bahnbetreibenden, Gewerbe und Wirtschaft. Unter den mangelhaften Fuss- und Veloverkehrsverbindungen zur Innenstadt ist insbesondere die Achse Nauenstrasse / Heuwaage durch gestalterische und verkehrstechnische Massnahmen attraktiv zu machen.

* In diesem Richtplan wird der von SBB und BAV als „Basel SBB Personenbahnhof“ benannte Bahnhof am Centralbahnplatz durchgehend als „Bahnhof SBB“ bezeichnet. Es handelt sich dabei um die im Allgemeinverständnis der Baselstädter/innen verwurzelte Bezeichnung (s. z. B. den offiziellen Stadtplan).

a2) Badischer Bahnhof
Eine Strategiegruppe formuliert aufgrund der ermittelten Stärken und Schwächen des Bahnhofs und seines Umfeldes ein Entwicklungskonzept zur Ausbildung der Zentrumsfunktionen; dieses dient der Steuerung und Koordination der räumlichen Entwicklung des Bahnhofs und seines Umfelds; dabei ist auch die Umfeldentwicklung im Hinblick auf die möglichen Erweiterungen [u. a. Regio-S-Bahn Herzstück] abzustimmen.
Das Entwicklungskonzept wird gemeinsam mit den relevanten Schlüsselakteuren (Bahnbetreiberin, Verwaltungsstellen) erarbeitet und berücksichtigt die Bedürfnisse weiterer betroffener Akteure (Anwohner, Arbeitende, Reisende, Unternehmen im Umfeld des Badischen Bahnhofs sowie Messebesucher). Vorzunehmen sind auch die notwendigen Abwägungen mit den Anliegen des Naturschutzes.

a3) Bahnhof St. Johann
Der Bahnhof weist durch die Lage im Quartier und durch die Nähe zu hochverdichteten Arbeitsplatzgebieten ein grosses Einzugsgebiet auf. Die Zentrenbildung (Quartierschwerpunkt im äusseren St. Johann) soll mit entsprechenden Nutzungsangeboten (sowohl für Wohnen als auch für das Gewerbe) unterstützt werden.

b) Untergeordnete siedlungsstrukturelle Schwerpunkte

(siehe auch M1.1 Regio-S-Bahn)

b1) Dreispitz, S-Bahn-Haltestelle
Im Hinblick auf das zu entwickelnde Gebiet Dreispitz soll das Umfeld der S-Bahn-Haltestelle einen optimalen Zugang bieten und Dienstleistungsunternehmen, Gewerbebetrieben und Anwohnern die Möglichkeit geben, sich in nächster Nähe zum ÖV anzusiedeln.

b2) Niederholz Riehen, S-Bahn-Haltestelle
Das Gesamtkonzept Niederholz koordiniert unter Einbezug der umliegenden neuen Baugebiete – Zusammenwirken von Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe – die angestrebte und durch die S-Bahn-Haltestelle Niederholz verstärkte Zentrumsentwicklung – unter Wahrung des Quartierbildes. (Ein erster Entwurf für einen Entwicklungsrichtplan Niederholz ging 2011 in die Vernehmlassung.)

b3) Riehen Dorf, S-Bahn-Haltestelle
Neben der Aufwertung der S-Bahn-Haltestelle (mit guter Verknüpfung an den Bahnhof SBB) soll mit einem Entwicklungsrichtplan das Dorfzentrum Riehens aufgewertet werden. (Der Entwicklungsrichtplan wurde im Mai 2011 vom Regierungsrat genehmigt.)

b4) Stettenfeld, Riehen Nord, S-Bahn-Haltestelle
Gedacht wird an eine neue S-Bahn-Haltestelle Stettenfeld Nord / Lörracherstrasse im Zusammenhang mit der Entwicklung des Gebietes Stettenfeld Riehen. Der Quartierentwicklungsplan Lörracherstrasse Riehen wurde im November 2011 vom Regierungsrat genehmigt.
 

c) Schwerpunkte Mischgebiete

(Begriff «Mischgebiet» s. Einleitung E4 Zu den Inhalten des kantonalen Richtplans)

c1a) Dreispitz
Das Gewerbe- und Industrieareal Dreispitz wird in seinen Entwicklungsgebieten (Schwerpunkt Mischgebiete) – entsprechend dem Entwurf des Teilrichtplans Dreispitz (2006) und einem städtebaulichen Rahmenvertrag mit der Grundeigentümerin – innert der nächsten 25 Jahren zu einem urbanen Agglomerationsteil transformiert. In den bezeichneten Gebieten wird eine wesentliche Verdichtung angestrebt, geprägt von hoher städtebaulicher Qualität.
Die Mischnutzung mit deutlichem Wohnanteil erlaubt Nutzungen für Arbeit, Kultur und Bildung. Im Bereich des Freilagers (Münchenstein) baut der Kanton Basel-Stadt die Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW). Für die zusätzlichen Arbeitsplätze und Wohnungen sollen die ÖV-, Fuss- und Veloverkehrserschliessung verbessert sowie Grün- und Freiräume aufgewertet werden. Gleichzeitig ist die ökologische Qualität zu steigern.
Die Umsetzung erfolgt durch nutzungsplanerische Verfahren und begleitende Verträge, in enger Abstimmung mit den angrenzenden reinen Arbeitsgebieten.

c1b) Standort Bernoulli-Walkeweg
Das direkt an die S-Bahn-Haltestelle Dreispitz angrenzende Gebiet – zwischen Werkhöfen, Bahnareal und dem Friedhof gelegen, genutzt vor allem als Freizeitgartenareal – hat als Raum durch die S-Bahn-Haltestelle Dreispitz an Attraktivität gewonnen. Es zeichnet sich durch seine sehr gute Erschliessung und durch attraktive Freiraumangebote in der unmittelbaren Umgebung aus (Botanischer Garten Brüglingen, Wolfgottesacker).
Kurz- bis mittelfristig werden die Flächen der angrenzenden BVB-Werkstätten durch Verlagerung frei, zudem besteht für die benachbarten Flächen der SBB hin zum Lokdepot am Walkeweg Planungsbedarf.
Das Potenzial dieses «untergeordneten siedlungsstrukturellen Schwerpunkts» in Verbindung mit den Verkehrsträgern am Dreispitz liegt in der Kombination von Wohn- und Arbeitsnutzungen mit einem deutlichen Fokus auf dem Wohnen und gewerblichen Arrondierungen an den stärker vom Lärm belasteten Rändern; um dieses Potenzial zu eruieren, sind qualitative städtebauliche Verfahren wie Ideenwettbewerbe u. ä. durchzuführen.
Die Umnutzung der Freizeitgärten kann dabei entsprechend den Vorgaben (s. S4.2 Freizeitgärten), die Umsetzung durch nutzungsplanerische Verfahren erfolgen. Vorzunehmen sind auch die notwendigen Abwägungen mit den Anliegen des Naturschutzes.

c2) Gebiete Klybeckquai und Westquai-Insel
Das bisher grösstenteils der Hafenwirtschaft dienende Gebiet soll in Abstimmung mit den Entwicklungsoptionen und -möglichkeiten der Hafenwirtschaft in einen urbanen Stadtteil transformiert werden [s. Objektblatt S 1.3 Schwerpunktgebiet 3Land, (Teil Basel-Stadt)]. Die Areale des Klybeckquais und der Westquai-Insel sollen mit einer die wirtschaftlichen Anforderungen und Chancen berücksichtigenden Planung nutzungs- und wertschöpfungsintensiv entwickelt werden. Ziel ist ein von Störungen und Immissionen möglichst unbeeinträchtigtes Nebeneinander von verschiedenen Nutzungen (Wohnen, Wirtschaft, Gewerbe, Kultur, Freizeit etc.) in Abstimmung mit den Entwicklungsoptionen und -möglichkeiten der Hafenbetreiber und mit den umliegenden Quartieren Klybeck und Kleinhüningen, die in den Entwicklungsprozess einzubeziehen sind. Vorzunehmen sind auch die notwendigen Abwägungen mit den Anliegen des Naturschutzes.
Zwingende Voraussetzung für die Ablösung der hafenaffinen Nutzungen bildet die rechtzeitige Verfügbarkeit von geeigneten Ersatzarealen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Nutzung des ehemaligen Badischen Rangierbahnhofs für ein Hafenbecken 3 und für einen trimodalen Containerterminal Schiff-Bahn-Strasse. Zu einer angemessenen Erschliessung und zur optimalen Integration und Inwertsetzung der frei werdenden Areale ist darüber hinaus die vollständige Verlagerung des Hafenbahnhofs das Ziel (siehe Option c5). Bei fehlender Zielerreichung wären Nutzungen und Verdichtung grundsätzlich zu überprüfen.
Diese Hafen- und Stadtentwicklungsstrategie ist – unter Berücksichtigung der nationalen Dimension der Entwicklung des Güterverkehrsumschlagplatzes Basel – in Zusammenarbeit zwischen dem Bau- und Verkehrsdepartement, dem Departement für Wirtschaft Soziales und Umwelt, den Schweizerischen Rheinhäfen und mit Einbezug des Bundesamtes für Verkehr, Sektion Güterverkehr, zu erarbeiten. Die Umsetzung erfolgt via die ordentlichen Planungsinstrumente und Verfahren.

c3) Stettenfeld Riehen
Das an Deutschland angrenzende Gebiet soll entwickelt werden; vorgesehen ist eine Mischnutzung von Arbeiten und Freizeit, wobei sich das Gebiet nur bedingt für Arbeitsnutzungen eignet. Allenfalls bietet es sich für ein Modellquartier im Sinne der «2000-Watt-Gesellschaft» an. Neben den städtebaulichen sollen auch die landschaftlichen und ökologischen Qualitäten des Gebietes an Wert gewinnen, indem Erholungs- und Freiräume mit den umliegenden Naturräumen vernetzt werden. Der Souverän hat im 2009 einen Planungskredit abgelehnt. Im Rahmen der Zonenplanrevision Riehen soll in einem zweistufigen Nutzungsplanverfahren die weitere Entwicklung festgelegt werden.

c4) Niederholz Riehen
Das bereits optimal an den ÖV angeschlossene Quartier verfügt über eine eigene Infrastruktur (Verkaufsflächen, Poststelle), die mit der hohen Wohnqualität das Quartier insbesondere für Familien attraktiv macht. Räume für die Zentrumsnutzung sollen gesichert, die neue S-Bahn-Haltestelle Niederholz Riehen soll gut an das Fuss- und Veloverkehrsnetz angebunden werden. Um das Quartierbild zu wahren, soll eine ortsbezogene Differenzierung der Geschosszahlen und der angestrebten Wohntypen (Eigentums- / Mietwohnungsbau) gesichert werden. Im Zusammenhang mit der Planung ist langfristig das Gebiet Landauer als strategische Reserve (Richtplan Riehen) für eine moderate Bebauung im Blick zu behalten. (Ein erster Entwurf für einen Entwicklungsrichtplan Niederholz ging 2011 in die Vernehmlassung.)

Als Schwerpunkt Mischgebiet, Option bei Verlagerung Hafenbahnhof, gilt:
c5) Gebiet Altrheinweg
Das heutige Gebiet des Hafenbahnhofs, angrenzend zum Klybeckquai, soll einer Erweiterung des bestehenden Klybeck-Quartiers dienen (in Abstimmung mit der Entwicklung der Gebiete Klybeckquai und Westquai-Insel, s. c2). Dabei steht eine zukünftige Wohnnutzung im Vordergrund.
Ziel ist es, das Quartier in Richtung Wasser zu entwickeln.
Erst durch die Verlagerung der Anlagen des heutigen Hafenbahnhofs sowie durch emissionsmindernde Massnahmen an den Anlagen der chemischen Industrie auf gegenüberliegender französischer Seite kann das Quartier von Immissionen wesentlich entlastet werden. Zwingende Voraussetzung für die Verlagerung des Hafenbahnhofs bildet die rechtzeitige Verfügbarkeit von geeigneten Ersatzarealen im Gebiet des ehemaligen Badischen Rangierbahnhofs sowie eine bahnbetrieblich effiziente Verbindung der Hafenkerngebiete am Hafenbecken 2 und am Ostquai.
Bei der Ausgestaltung der Erweiterung des Klybeckquartiers ist die Bevölkerung in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Vorzunehmen sind auch die notwendigen Abwägungen mit den Anliegen des Naturschutzes.
Diese Hafen- und Stadtentwicklungsstrategie ist – unter Berücksichtigung der nationalen Dimension der Entwicklung des Güterverkehrsumschlagplatzes Basel – in Zusammenarbeit zwischen dem Bau- und Verkehrsdepartement, dem Departement für Wirtschaft Soziales und Umwelt, den Schweizerischen Rheinhäfen und mit Einbezug des Bundesamtes für Verkehr, Sektion Güterverkehr, zu erarbeiten. Die Umsetzung erfolgt via die ordentlichen Planungsinstrumente und Verfahren.
 

d) Schwerpunkte Wohnen

Unterschieden werden Gebiete an Randlagen des Siedlungsgebiets und Gebiete, die bestehende Wohnquartiere ergänzen.

Für die Potenziale attraktiver Wohnlagen sind angemessene Bebauungsdichten vorzusehen und die Aussenraumqualitäten mit Bezug zu den Grün- und Freiräumen zu stärken. In den Randlagen des Siedlungsgebietes ist die Einbettung der Bauten in das Landschaftsbild zu beachten, um die Attraktivität des Gesamtraumes nicht zu beeinträchtigen.

Schwerpunkte Wohnen an Randlagen:
d1) Stadtrandentwicklung Nordwest
Das am nordwestlichen Stadtrand zu Frankreich gelegene Gebiet ist durch ein Konglomerat unterschiedlicher Nutzungen geprägt, die sich städtebaulich und funktionell kaum aufeinander beziehen («Rückseitencharakter» zur Landesgrenze).
Eine zusammenhängende städtebauliche Gestaltung und eine Nutzung der geplanten Naherholungsmöglichkeiten jenseits der Landesgrenze (im künftigen Agglomerationsquartier und TEB-Landschaftspark Nordwest) erfordert die grenzüberschreitende Aufwertung und Vernetzung des Gebiets. In Abstimmung mit dem Gegenvorschlag zur Familiengarteninitiative ist ein erster Siedlungsbaustein an der bestens mit dem ÖV erschlossenen Burgfelderstrasse und eine durchgehende, öffentliche Freiraumverbindung aus der Stadt in den künftigen Landschaftspark Nordwest zu ermöglichen. Für die Umnutzung von Freizeitgärten siehe die Vorgaben in S 4.2 Freizeitgärten

d2) Stadtrandentwicklung Ost
Unter der Präferenz von Wohnen mit Bezug zum Rhein sind die Potenziale und Synergiemöglichkeiten mit Sport- und Naherholungsmöglichkeiten in den nachfolgenden Planungsstufen stufengerecht zu vertiefen und qualitätssichernde Verfahren durchzuführen. Für die Nutzungen im Umfeld (Sport, Naherholung, Freizeitgärten und ökologische Vernetzung) sind in sorgfältiger Abstimmung aller Ansprüche die notwendigen Räume zu sichern und die Massnahmen mit der Gesamtentwicklung des Gebiets abzustimmen.

Schwerpunkte Wohnen in Ergänzung zu Wohnquartieren:
d3) Spitalareal Felix Platter
Der Ersatzneubau für das Felix Platter-Spital wird auf dem bisherigen Areal errichtet, wobei der Neubau auf einem Teil des Areals konzentriert wird. Der dadurch frei werdende Teil des Areals soll umgezont und für Wohnzwecke genutzt werden. Ein Entwicklungskonzept soll zu qualitätssichernden Verfahren führen.
 

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