M6.1 Güterverkehrslogistik

Im Bereich der Güterlogistik zeichnen sich Tendenzen zur Konzentration von Standorten auf regionaler Ebene ab.

  • Der Umschlag von Gütern zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Schiene, Strasse, Wasser, Luft) hat in der Region Basel einen hohen Stellenwert: Einerseits zur Versorgung von Stadt und Region selbst (lokales / regionales Niveau), andererseits aufgrund der verkehrlichen Lage und der Wirtschaftsstruktur der Region auf überregionalem, nationalem und internationalem Niveau.
  • Da die internationale Wasserstrasse Rhein in Basel endet, findet der Umschlag Wasserstrasse – Schiene / Strasse zur übrigen Schweiz und im alpenquerenden Transitverkehr hier statt; die Region Basel bildet das Tor für den Gütertransport in und aus der Schweiz. Die Logistikanlagen in Basel unterstützen die Bemühungen des Bundes zur Verlagerung des Alpentransitverkehrs.
  • Die Logistik ist aufgrund der weiter zunehmenden internationalen Arbeitsteilung eine Wachstumsbranche. Mit zunehmendem Flächenbedarf ist zu rechnen; ihm muss durch die Nutzung von Optimierungs- und Konzentrationspotenzialen begegnet werden.

Logistikkonzentrationen an wenigen Standorten liegen sowohl im Interesse des Kantons, da sie durch Freisetzung von Flächen neue Chancen für die Stadtentwicklung eröffnen, als auch in jenem der Logistikunternehmen, die Effizienzgewinne machen können.

So sind im Gebiet Dreispitz Veränderungen zu erwarten, indem die bestehende, dominierende Logistiknutzung durch andere städtische Nutzungen ergänzt oder abgelöst wird; die SBB-Umschlagsareale im Güterbahnhof St. Johann und teilweise auch am Basel SBB Güterbahnhof (Wolf) sollen mittel- bis langfristig einer neuen Nutzung zugeführt werden; auch die mögliche Verlagerung von Umschlagsfunktionen im Bereich des Hafens gehört zum Veränderungspotenzial.

Da sich Kleinhüningen für eine störungsfreie trimodale Vernetzung der Verkehrsträger Bahn, Strasse (Lkw) und Schifffahrt sehr gut eignet, sind dort die Standortvoraussetzungen für neue Logistikfunktionen im Sinne eines trimodalen KV-Terminals Basel-Nord – unter Berücksichtigung der nationalen Dimension der Entwicklung des Güterverkehrsumschlagplatzes Basel – zu schaffen.

Bezüglich der Wohnlichkeit des Quartiers ist es notwendig, den Durchgangsverkehr zu reduzieren.


Strategie / ST
3, 7 und 11

Leitsätze
12, 21, 22, 40, 45, 48 und 49

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Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen

Durch frühzeitige Koordination der verschiedenen Entwicklungsakteure sowie der Planungsverantwortlichen für Infrastruktur und Güterlogistik – mit Einbezug des Bundesamtes für Verkehr, Sektion Güterverkehr – wirkt der Kanton darauf hin, im Bereich Güterlogistik Standortvoraussetzungen für Logistiknutzungen zu schaffen; dabei ist die Nutzungsverträglichkeit mit dem Umfeld frühzeitig abzusichern, eine effiziente Raumnutzung anzustreben und die Vernetzung der Verkehrsträger zu optimieren.

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  Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Hafenlogistikareal im Raum Kleinhüningen (LH) Zwischenergebnis
b) Hafen- und Güterlogistikareal auf dem ehemaligen Badischen Rangierbahnhof (LH, LT und LHB) Zwischenergebnis

Massnahmen / Details zu den örtlichen Festlegungen

a) Hafenlogistikareal im Raum Kleinhüningen (LH)

Es ist zu prüfen, inwieweit Flächen im Geviert zwischen Neuhausstrasse und Südquaistrasse im Umfeld der ARA als Hafenlogistikareal zur Kompensation für mittel- /langfristige Transformationsschritte von der Hafen- in Richtung Stadtentwicklung bereitgestellt werden können; den notwendigen, möglichst flächenoptimierten Ausbauten der Kläranlage (s. VE2.1 Abwasserableitung, Abwasserreinigung) ist Rechnung zu tragen.


b) Hafen- und Güterlogistikareal auf dem ehemaligen Badischen Rangierbahnhof (LH, LT und LHB)

Der ehemalige Badische Rangierbahnhof, der zurzeit unter anderem einer provisorisch erweiterten Zollanlage (PEZA) im Sinne einer Zwischennutzung dient, soll zukünftig im Gesamtausbau als Logistikareal, insbesondere mit einem trimodalen Containerterminal Schiff-Bahn-Strasse (LT «Terminal Basel Nord»: trimodaler «Umschlagsbahnhof» für den kombinierten Verkehr) und einem neuen Hafenbecken (LH) genutzt werden. Zudem soll der Standort für die angestrebte Verlagerung des Hafenbahnhofs (LHB) dienen. Hierbei sind der Ausbau der Bahnhschiene Rheintal sowie die Ansprüche des Naturschutzes zu berücksichtigen.

Hinweis zum Terminal Basel Nord: Es erfüllt mehrere Funktionen, die bezüglich ihrer Flächenansprüche noch abzustimmen sind, so in erster Linie die regionale Feinverteilung der Nordwestschweiz sowie die Bündelung von Quell- und Zieldestinationen der links- und rechtsrheinischen Bahnachsen / der Rheinschifffahrt mit den Quell- und Zieldestinationen via Lötschberg- und Gotthardachse zur Südschweiz und nach Norditalien. Die Planungspartner sind verpflichtet, ihre Planungen für Terminal, Hafenbecken und Hafenbahnhof auf die Kompatibilität mit dem Gesamtausbau auszurichten; dazu werden entsprechende Abgrenzungsperimeter der einzelnen Planungen vereinbart. Eine Umsetzung kann in mehreren Etappen erfolgen.

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