E1 Warum die "Anpassung 2012"?

Richtpläne werden in der Regel alle zehn Jahre gesamthaft überprüft und bei Bedarf überarbeitet. Sie werden nötigenfalls auch angepasst, wenn sich die Verhältnisse geändert haben, wenn sich neue Aufgaben stellen oder wenn eine gesamthaft bessere Lösung möglich ist (> Art. 9 RPG / > E7 Änderung des kantonalen Richtplans).

Der erste Richtplan des Kantons Basel-Stadt wurde vom Bundesrat am 25. August 1986 genehmigt (s. Download & Archiv, Richtplan, Stand 20. Jan. 2009, Richtplantext, Einleitung, E3, Bilanz des kantonalen Richtplans Basel-Stadt von 1986).
Der gesamthaft revidierte Richtplan wurde vom Regierungsrat am 20. Januar 2009 erlassen und vom Bundesrat am 5. März 2010 genehmigt; die Motive zur Gesamtrevision wurden erläutert (s. Download & Archiv Richtplan, Stand 20. Jan. 2009, Richtplantext, Einleitung, E2, Anlass zur Revision).

Mit der am 10. Juni 2014 vom Regierungsrat erlassenen „Anpassung 2012“ des kantonalen Richtplans wird der zunehmenden Dynamik des sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Wandels, welche Auswirkungen auf die Verkehrsplanung, auf die Nutzung des Bodens und auf die Umwelt zeitigt, Rechnung getragen.

Der Regierungsrat setzt die „Siedlungsentwicklung nach innen“ konsequent weiter um (Stichworte: Schaffen von Wohn- und Arbeitsraum, Wahrung und Steigerung der Wohnqualität, nachhaltige Verkehrsentwicklung) und akzentuiert seine Strategie u. a. hinsichtlich der punktuellen Verdichtung in die Höhe.

Konkret werden die Weichen gestellt zur zukunftsfähigen Hafen- und Stadtentwicklung mit Ermöglichung der trimodalen Güterverkehrsdrehscheibe Basel Nord ( > M6.1 Güterverkehrslogistik, S1.2 Schwerpunktgebiete der Stadtentwicklung). Dazu dokumentiert das Objektblatt S1.3 Schwerpunktgebiet 3Land (Teil Basel-Stadt) die grenzüberschreitend orientierte Siedlungsentwicklung.
Aufnahme in den Richtplan gefunden haben zudem neue räumliche Entwicklungsabsichten:

Die Systematisierung der Schienenverkehrsvorhaben bewog zur Zusammenführung der bisherigen Objektblätter Schienenfernverkehr und Regio-S-Bahn zu M1.1 Schienenverkehr; dies steht in engem Zusammenhang mit der Optimierung der neu zusammengefassten Mobilitäts-Strategie ST11 Vereinbarkeit von Mobilität, urbaner Wohnqualität und Wirtschaftsstandort.

In der Verkehrsplanung gilt ein grosses Augenmerk auch der Umsetzung des Gegenvorschlags zur Städteinitiative (Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in 10 Jahren um 10 Prozent ausserhalb des Autobahnnetzes, Referenzzustand 2010). Diverse Änderungen ergeben sich durch das Tramnetz 2020.

Die „Anpassung 2012“ umfasst zudem die Anpassung von Koordinationsständen und inhaltliche Präzisierungen.