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Kanton Basel-Stadt

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M1.1 Schienenfernverkehr (Personen und Güter)

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M1.1 Schienenfernverkehr (Personen und Güter)

Mit der zu erwartenden Zunahme der Anzahl an Zügen sowohl im Güterverkehr (NEAT-Effekt) als auch im Personenfernverkehr und -nahverkehr und deren Überlagerung auf einigen Strecken und Knoten der Region Basel sind Massnahmen zur Kapazitätssteigerung des Schienennetzes unumgänglich. Dies betrifft Ausbauten im Bereich des Bahnhofs SBB, einen neuen Juradurchstich, um die Kapazitätsengpässe auf den drei Achsen zwischen Basel und dem Mittelland (Bözberg-Brugg, Hauenstein-Olten und Birstal-Delsberg-Biel) zu beheben; Aus- bzw. Neubauten sind auch in Richtung Freiburg i. Br. sowie zur Erschliessung des EuroAirports notwendig.


Strategie / ST
8, 11 und 12

Leitsätze
1, 21, 22, 40, 42 und 48


Planungsgrundsätze / Planungsanweisungen


1.Die wichtigsten Wirtschaftszentren und Verkehrsknotenpunkte im Inland und im europäischen Ausland sind in attraktiver Weise per Bahn erreichbar.

2.Der Kanton setzt sich dafür ein, dass die Zunahme des Schienengüterverkehrs im überregionalen Nord-Süd-Verkehr im Raum Basel zu keinen Einschränkungen im Personenfernverkehr und -nahverkehr führt und dass der Schienengüterverkehr möglichst umwelt- und stadtverträglich durch den Raum Basel geführt wird; der Kanton vertritt diese Ziele in den nationalen und internationalen Gremien zum Personen- und Güterverkehr.

3.Der Kanton setzt sich dafür ein, dass die allfällige Nutzung der Hochrheinstrecke (Badischer Bahnhof – Landesgrenze nach Grenzach-Wyhlen) für Güterzüge des Nord-Süd-Verkehrs auf die kantonalen Anliegen des Städtebaus, des Lärm-, Erschütterungs- und Naturschutzes mittels baulicher und technischer Massnahmen (z. B. Tieflage, Rollmaterial) abgestimmt wird.

4.Die Kapazitätsengpässe im regionalen Schienennetz sind zu beheben.



Örtliche Festlegungen (in Richtplankarte) Koordinationsstand
a) Schienenanbindung Flughafen EuroAirport Zwischenergebnis
b) Strecke Basel-SNCF – St.Johann: Ausbau auf 4 Geleise     in Abstimmung mit dem Regio-S-Bahn Innenstadt-     tunnel (Herzstück) Zwischenergebnis
c) Leistungssteigerungen zwischen Bahnhof SBB und     Pratteln durch Streckenausbauten und     Entflechtungsmassnahm Zwischenergebnis
d) Ausbau der Perronanlagen Bahnhof SBB, Seite     Gundeldingen Zwischenergebnis
e) Ausbau Abschnitt Badischer Bahnhof bis Landesgrenze     CH/D: Ausbau des südlichsten Abschnitts der     Ausbaustrecke Karlsruhe – Basel der DB auf 4 Geleise Zwischenergebnis
f) Bau der 2. Rheinbrücke (3. und 4. Geleise); Badischer     Bahnhof zum Bahnhof SBB / nach Muttenz Festsetzung



Massnahmen / Details zu den örtlichen Festlegungen

a) Schienenanbindung Flughafen EuroAirport
Der verbesserte ÖV-Anschluss des EuroAirports (EAP) ist ein wichtiges Vorhaben der trinationalen Regio. Für einen Schienenanschluss spricht vor allem die Tatsache, dass 2004 und 2005 auf dem EAP die Nachfrage im Flugverkehr wieder spürbar angezogen hat. Zudem hat sich die Struktur der Kundschaft durch das Angebot an Billigfluglinien verändert: Einerseits nimmt der Anteil der Freizeitreisen gegenüber den Businessreisen zu, was tendenziell auch die Nachfrage nach Angeboten des öffentlichen Verkehrs steigert. Andererseits nimmt der Anteil der Kundschaft aus der Schweiz gegenüber derjenigen aus Frankreich und Deutschland zu. Der Druck auf eine Verbesserung der Zugänglichkeit des Flughafens kommt daher vor allem von Schweizer Seite, da die Schweizer Kundschaft ohnehin eher bereit und interessiert daran ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.
In Frankreich besteht dank der guten TER-200-Verbindungen ein hohes Potenzial für den Zubringerverkehr aus Strasbourg (die Bedeutung des dortigen Flughafens wird mit der Eröffnung des TGV-Est abnehmen), Colmar und Mulhouse.
Sehr interessiert an dieser Verbesserung ist auch der EuroAirport selber, da der direkte Anschluss an die Eisenbahn als erheblicher Standortvorteil gegenüber anderen Flughäfen gewertet wird. Aus diesen Gründen ist ein Vollanschluss des Flughafens mittelfristig unerlässlich. Kurz- bis mittelfristig sind kostengünstige Übergangslösungen in Betracht zu ziehen, die einen Vollausbau unterstützen.

b) Strecke Basel-SNCF – St.Johann: Ausbau auf 4 Geleise in      Abstimmung mit dem Regio-S-Bahn Innenstadttunnel      (Herzstück)
Die Option eines solchen Ausbaus ist zu sichern; sie dürfte erforderlich werden, um die Kapazität infolge der Überlagerung von TGV, TER 200, S-Bahn, Schnellzügen aus der Schweiz zum EAP und Güterzügen zu erhöhen. Der Ausbau ist mit der geplanten Herzstückverbindung via Innenstadt abzustimmen, die Belange des Naturschutzes sind zu berücksichtigen.

c) Leistungssteigerungen zwischen Bahnhof SBB und Pratteln      durch Streckenausbauten und Entflechtungsmassnahmen
Mit der geplanten Zunahme der Anzahl an Zügen wird es angesichts der zahlreichen «Überschneidungsfahrten » im Weichenfeld Ost sowie in Pratteln und der knappen Kapazität zwischen Bahnhof SBB und Muttenz erforderlich, durch geeignete Massnahmen die Kapazität und die betriebliche Flexibilität zu verbessern. Dazu gibt es zwei Varianten, welche von der SBB bearbeitet werden:
1) Ausbau der Stammstrecke von 4 auf 5 Geleise zwischen Bahnhof SBB     und Gellert und von 3 auf 4 Geleise ab Gellert bis zum Bahnhof     Muttenz.
2) Ausbau der Güterzugsstrecke Bahnhof SBB – Rangierbahnhof Muttenz via     Wolf auf höhere Geschwindigkeit und kreuzungsfreie Anbindung sowohl     an die Stammstrecke zwischen St.Jakob und Muttenz als auch an die     Einführung in den Bahnhof SBB.
Bei beiden Varianten liegt ein Teil der Ausbaumassnahmen auf dem Territorium des Kantons Basel-Landschaft.

d) Ausbau der Perronanlagen Bahnhof SBB, Seite Gundeldingen
Gemäss Entwurf des Rahmenplanes 2008 der SBB (Genehmigung voraussichtlich 2010) ist langfristig zwischen der bestehenden Güterzugslinie und der Meret Oppenheim-Strasse ein Ausbau der Perronanlagen zur Kapazitätssteigerung (evtl. auch als Ersatz für den aufzuhebenden Elsässerbahnhof) erforderlich.
Dies bedingt den Neubau der Margarethen- und der Peter Merian-Brücke sowie das Verlegen der Meret Oppenheim-Strasse nach Süden im Bereich des Anschlusses an die Margarethenbrücke. Dort und an der nordwestlichen Ecke der Solothurnerstrasse sind Häuserabbrüche erforderlich. Bei der Variante Regio-S-Bahn Innenstadttunnel (Herzstück) ist zusätzlich ein 4-gleisiger Tiefbahnhof vorgesehen.

e) Ausbau Abschnitt Badischer Bahnhof bis Landesgrenze CH/D;      Ausbau des südlichsten Abschnitts der Ausbaustrecke      Karlsruhe – Basel der DB auf 4 Geleise
Dieses Vorhaben betrifft eine der wichtigsten europäischen Bahnachsen und Zulaufstrecken für die Alpentunnels in der Schweiz. Es dient der Kapazitätserhöhung und der Entflechtung von Personen- und Güterverkehr.
Das Raumordnungsverfahren in Deutschland ist weitgehend abgeschlossen. Auf den meisten Abschnitten läuft das Planfeststellungsverfahren, und der Katzenbergtunnel (Abschnitt 9.1) ist im Bau (Inbetriebnahme voraussichtlich Ende 2011). Für den letzten, im Kanton Basel-Stadt gelegenen Abschnitt 9.3 wird ein Projekt vorbereitet, das Schweizer Recht (Plangenehmigungsverfahren) unterliegt. Speziell bei der Wiesequerung ist für das 3. und 4. Gleise eine neue Linienführung vorgesehen.

f) Bau der 2. Rheinbrücke (3. und 4. Geleise); Badischer Bahnhof     zum Bahnhof SBB / nach Muttenz
Zur unabhängigen Abwicklung des Personen- und Güterverkehrs zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Bahnhof SBB (Personenverkehr) bzw. dem Badischen Bahnhof und dem Rangierbahnhof Muttenz (Güterverkehr) muss eine zweite Doppelspurbrücke über den Rhein erstellt werden. Die Plangenehmigung, ist inzwischen rechtskräftig.